Energiesparende Haustüren auswählen
Haustüren müssen Sicherheitsfunktionen besitzen, einen hochwertigen Wärmeschutz haben, über einen guten Schallschutz verfügen und viele Jahre gut funktionieren.

Haustüren und Wohnungseingangstüren stellen ein Bindeglied zwischen dem Inneren einer Wohnung und der Umgebung dar. In der kalten Jahreszeit muss die Ebene zwischen beheizt und unbeheizt so getrennt werden, dass die Behaglichkeit nicht durch übermäßigen Wärmeabfluss, z.B. durch Zug, leidet.
Wenn man erwartet, dass Haustüren etwa gleiche thermische Eigenschaften wie moderne Fenster besitzen sollen, wird bei gleichzeitiger Berücksichtigung der mechanischen Aufgabenstellung deutlich, welche hohen Anforderungen an Haustüren gestellt werden. Sie müssen der Witterung und extrem unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerten standhalten. Dabei müssen sie formstabil und luftdicht bleiben.
Haustüren müssen darüber hinaus den Sicherheitswünschen entsprechen und den nötigen Schallschutz ermöglichen. Eine bestimmte Feuerbeständigkeit ist zu garantieren. Die in den Normen verlangten Eigenschaften sind bei bis zu 200.000 Zyklen (Öffnen, Schließen) zu gewährleisten.
#Welche Wärmedämmung ist bei Hauseingangstüren erforderlich?
Hauseingangstüren sollten über einen ausreichenden Wärmeschutz verfügen. Letzterer ist abhängig vom Grundmaterial der Konstruktion, also dem Rahmen und dem Türblatt. Bei Zimmertüren, die einen beheizten Raum von einem unbeheizten, aber temperierten Raum trennen, spielt der Wärmeschutz nur eine geringe Rolle. Anders dagegen liegt der Fall bei Wohnungseingangstüren zum unbeheizten Treppenhaus. Auch diese Türen sollten einen entsprechenden Wärmeschutz aufweisen.
| Material und Konstruktion | U-Wert in W/m²K |
|---|---|
| Vollholz- oder Kunststofftür 40mm | 2,2 |
| schwere Vollholztür 60mm | 1,7 |
| Holztür mit großflächiger Verglasung aus 7 mm Drahtglas | 4,5 |
| Holztür mit großflächiger Verglasung aus 20 mm Isolierglas | 2,8 |
| Leichtmetallrahmentür mit großflächiger Verglasung aus 7 mm Drahtglas | 5,5 |
| Leichtmetallrahmentür mit großflächiger Verglasung aus 20 mm Isolierglas | 3,5 |
| Holz- oder Kunststofftür im Neubau (Standard) | 1,3 |
| wärmegedämmte Holz- bzw. Kunststofftür mit Dreifachwärmeschutzglas, Passivhaus | 0,8 |

Das Gebäudeenergiegesetz verlangt die Einhaltung eines U-Wertes von 1,8 W/m²K. Das ist gegenüber einer heute möglichen Konstruktion von Hauseingangstüren für Passivhäuser mit 0,8 W/m²K ein mehr als doppelt so hoher Wert! Ein durchschnittlicher Wert liegt heute bei ca. 1,3 W/m²K.
Bemerkenswert: Durch eine Tür mit einem U-Wert von 3 W/(m²K) geht etwa so viel Wärme verloren wie durch eine 50 m² große, für Passivhäuser geeignete Außenwand (Quelle: Passivhausinstitut).
#Welche Probleme gibt es mit Hauseingangstüren im Bestand?
Dass die oben genannten Anforderungen längst nicht bei allen Haustüren, bzw. allen Türdetails in die Praxis umgesetzt werden, zeigt sich in Wärmebildern deutlich. Gegenüber Fenstern mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung fallen Haustüren im gleichen Haus oftmals als schwächstes Glied deutlich zurück.
Ursachen: Neben Türfüllungen aus einfachen Sandwichplatten mit geringer Stärke, Rahmenkonstruktionen mit Stahleinlagen, thermisch unzureichender Ausbildung des Bereiches der Türschwelle, sowie Luftundichtheiten sind vor allem Glaselemente in Haustüren als Verursacher für Wärmeverluste auszumachen.
| Hauseingangstür | Mängelbeschreibung |
|---|---|
![]() |
Thermogramm einer Haustür mit sehr schwacher Dämmwirkung des Türblattes |
![]() |
Energetisch schwache Haustür in einem recht gut gedämmten Gebäude |
![]() |
Die Füllung dieser Hauseingangstür hat einen sehr schwachen U-Wert. |
![]() |
Der Flügelrahmen dieser Hauseingangstür hat eine schwache Wärmedämmung. Das gilt auch für das Glaselement. |
| Hauseingangstür | Mängelbeschreibung |
|---|---|
![]() |
Die zahlreichen Glaselemente dieser Hauseingangstür haben eine schwache Wärmedämmung. |
![]() |
Das fest stehende Glasteil auf der im Bild linken Seite hat einzelne schwach gedämmte Glaseinsätze |
![]() |
Beim Austausch der Hauseingangstür sollte eine thermische Trennung der Bauteile vorgenommen werden. |
#Wie luftdicht müssen Hauseingangstüren sein?
Die Luftdichtheit spielt eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von kalten Luftströmungen (Einströmungen), die empfindliche Auswirkungen auf die Behaglichkeit haben. Im Gegensatz zu modernen Fenstern sind gängige Haustüren aber häufig nicht ausreichend luftdicht: Bis zur Hälfte der gemessenen Leckagen bei den an sich sehr luftdichten Passivhäusern können durch eine undichte Haustür entstehen.
Daher fordert das Passivhaus Institut für die Zertifizierung einer Haustür als „Passivhaus geeignete Komponente“ eine zusätzliche, strenge Luftdichtheitsprüfung. (Quelle: Passivhausinstitut)
Für Neubauten wird mindestens Klasse 2 nach DIN EN 12207 empfohlen.
Optimale Luftdichtheit lässt sich vor allem durch geprüfte Dichtungsprofile und Dichtungen am Türfalz erreichen. Voraussetzung ist eine in sich stabile Tür, die auch bei großen Temperaturunterschieden (innen/außen) nicht zum Schüsseln neigt.
Undichte Türen können durch die Einstellung des Anpressdrucks (an den Scharnieren) oder durch Einstellung bzw. Erneuerung der Dichtungsbänder verbessert werden. Eine Methode um die Luftdichtheit zu messen ist die Blower-Door-Methode.
#Welche Qualität haben Haustüren aus Kunststoff?
Mit einer Haustür aus Kunststoff lassen sich Feuchtigkeits-Einflüsse aus der Witterung von außen und der Luftfeuchte von innen minimieren. Jedoch werden oft einfache, billige Haustüren mit relativ schlecht gedämmten Kunststoffprofilen und Füllungen realisiert, so dass lediglich U-Werte um 2 W/m²K und schlechter erreicht werden. Ursachen sind vor allem die Stahlprofile zur Stabilitätsverbesserung, Kunststoffprofile mit wenigen Kammern und zu dünne Sandwich-Einsätze. Bei solchen Türen kann es an Wärmebrücken so niedrige innere Oberflächentemperaturen geben, dass der Wasserdampf aus der Raumluft kondensiert.
Zum Vergleich: Gut wärmegedämmte Konstruktionen haben eine Bautiefe bis 100 mm, die Profile besitzen wenigstens 6 Kammern. Verglasungen werden mindestens dreifach ausgeführt, Füllungen besitzen z.B. einen PU-Schaumkern mit einer Dicke größer 75 mm. Auf Stahlprofile wird zugunsten anderer stabilisierender Maßnahmen (Aluplatten innen/außen) verzichtet. Mit solchen Eigenschaften versehene Haustüren erreichen Uw-Werte unter 0,8 W/m²K. Aber diese Haustüren kosten auch um die 5000.- €.
#Gibt es Besonderheiten bei Haustüren aus Holz?
Auffällig ist, dass viele Holz-Haustüren Dichtungsprobleme besitzen. Ich vermute, dass es sich um Verwerfungen der Türen handelt, die durch hohe Luftfeuchtigkeit, kondensierendes Wasser bzw. die Wasserdampfdiffusion von innen ausgelöst werden. Die Witterung hat natürlich auch einen Einfluss. Haustüren aus Holz verlangen daher immer ein Vordach oder zumindest einen ausreichenden Dachüberstand. Einen hochwertigen Wärmeschutz kann eine einfache massive Holzhaustür nicht bieten. Dazu bedarf es ausgeklügelter Sandwichkonstruktionen (Kork, Holzfaser, PU-Schaum), wie sie in passivhaustauglichen Türkonstruktionen Verwendung finden.
#Sind Glaselemente ein Schwachpunkt?

Auffällig ist, dass bei vielen Haustüren integrierte oder angesetzte Glaselemente eine geringere energetische Qualität besitzen, als die Fenster im gleichen Haus. Ich habe beobachtet, dass solche Glaselemente in und neben solchen Türen oftmals nur eine weniger gute Zweischeiben-Verglasung besitzen.

Glaselemente in Haustüren werden zudem oft zu kleinteilig bzw. mit zahlreichen glasteilenden Sprossen ausgeführt, die durch den resultierenden, relativ langen Randverbund die Gesamt-Scheibenqualität (und den Preis) verschlechtern. Auf der Innenseite kommen diese Elemente infolge geringerer Oberflächentemperatur mit kondensierendem Wasserdampf aus der Raumluft in Berührung. Kondenswasser kann sich auf den Scheiben im Bereich der Abstandshalter bilden. Schimmelbildung im Bereich der Haltegummis ist häufig. Bei Holztüren ist durch das Kondenswasser eine langsam voran schreitende Zerstörung des Holzes möglich.
Für Glaselemente in Haustüren sollte daher nur Drei-Scheiben Wärmeschutzglas mit Ug kleiner 0,6 W/m²K und warmer Kante Verwendung finden. Es sollten nur wenige große, statt vieler kleiner Elemente gewählt werden.
ausführlich in: Energiesparende Fenster auswählen

#Einbruchschutz/Sicherheit
- Mindestens Widerstandsklasse RC2
- Die Tür sollte zertifiziert sein, z.B. nach DIN oder VdS.
#Schallschutz von Haustüren
- Absenkbare Bodendichtungen oder spezielle Dichtungen können den Schallschutz verbessern und sind auch gegen Zugluft wirksam. Der Schalldämmwert wird in Dezibel (dB) angegeben.
#Briefkastenanlagen in Haustüren, Haustürschwellen

Durchdringungen, wie z.B. integrierte Briefkastenanlagen, bedeuten meist eine erhebliche Schwächung der wärmedämmenden Eigenschaften einer Hauseingangstür dar. Einwurfanlagen bedeuten zudem immer auch eine Schwächung des Luftdichtheitskonzeptes.
Thermisch getrennte Haustürschwellen sollten ebenfalls zur Norm werden. Wie zahlreiche Wärmebilder von Haustüren zeigen, liegt hier noch vieles im argen. Aber auch dafür gibt es Lösungen. Schauen Sie sich die Zertifikatskriterien für Haustüren in Passivhäusern an, die sie hier finden.
#Montage von Hauseingangstüren nach RAL
Die Montage von Haustüren sollte nach dem Leitfaden der RAL-Gütegemeinschaft erfolgen. Dabei handelt es sich um ein zertifiziertes Verfahren, um Haustüren nach den „Allgemein anerkannten Regeln der Technik“ einzubauen und zu sichern. Die RAL-Montage basiert auf dem Prinzip „innen dampfdichter als außen" und gilt für Fenster und Haustüren. Der dichte Einbau von Haustüren unterscheidet sich nicht wesentlich vom Einbau von Fenstern:
ausführlich in Fenster und Türen richtig dicht einbauen
Auch bei Haustüren ist die Herstellung der Schlagregendichtheit von außen wichtig, wie auch der luftdichte Einbau. Die RAL-Montage von Haustüren steht für den Einbau nach dem höchstem Standard. Sie steht für die Erfüllung der allgemein anerkannten Regeln der Technik, so dass die
- äußere Abdichtung garantiert wird. D.h., Feuchtigkeit darf von außen nicht ins Haus gelangen. Dichtbänder und der ggf. verwendete Montageschaum werden durch eine äußere wasserabweisende Abdeckung, z.B. diffusionsoffenem Gewebe, geschützt.
- innere Abdichtung garantiert wird. D.h., mögliche Wärmeverluste werden durch die Vermeidung von Wärmebrücken und die luftdichte Ausführung des Einbaus weitgehend reduziert






