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Hausbau und Erneuerung

Ein Hausneubau oder eine umfassende Modernisierung schafft Wohnraum und zielt auf hohe Behaglichkeit, gesundes Wohnen und geringe Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung ab.

Blockhausbau

Viele Menschen beschäftigen sich im Laufe ihres Lebens – zumindest gedanklich – mit dem Thema Hausbau. Die Vorstellungen vom Wohnen in den eigenen vier Wänden könnten kaum unterschiedlicher sein. Doch in einigen Punkten gibt es Gemeinsamkeiten: Behagliches Wohnen bei geringen Betriebskosten steht ganz oben auf der Wunschliste. Außerdem wünscht man sich eine Wohnung, die frei von gesundheitlichen Gefahren ist, in der es trocken, hell und ruhig ist.

Neubau eines Niedrigenergiehauses an einem alten Standort

Nicht alle Wünsche lassen sich immer erfüllen. Kompromisse richten sich nach dem Wohnungsangebot, dem Budget und der persönlichen Situation. Eine schön gelegene Gebrauchtimmobilie wurde vielleicht zu einer Zeit errichtet, als Heizöl nur 11 Pfennig pro Liter kostete – deshalb waren die Kosten für 5000 Liter im Jahr nicht sehr hoch. Aber eine Modernisierung, die niedrigen Brennstoffverbrauch und behaglich warme Wände zum Ziel hat, ist dann oft sehr teuer. Bei einem erschwinglichen Neubau werden die gesetzlichen Mindestanforderungen gerade so erfüllt, weil das Grundstück bereits teuer war und noch Geld für die Einrichtung bleiben soll. Mancher Bauherr ahnt schon bei Vertragsabschluss, dass in einigen Jahren Nachbesserungen nötig sind.

Ich rate dazu, beim Hausbau, Wohnungskauf oder bei der Modernisierung vor allem in jene Bereiche zu investieren, die entscheidend für Behaglichkeit, gesundes Wohnen, Bauschadensfreiheit und niedrige Heizkosten sind. Alle anderen Aspekte hängen oft vom Zeitgeschmack, der persönlichen Situation oder beruflichen Tätigkeit ab und können sich im Laufe der Zeit ändern. Die grundlegenden Werte, die Basics, bleiben jedoch dauerhaft bestehen.

Behaglichkeit, gesundes Wohnen, Bauschadensfreiheit und niedrige Betriebskosten hängen eng mit dem großen Thema Wärmedämmung zusammen. Darüber existieren viele richtige, aber mindestens genauso viele falsche Vorstellungen. Während einige aus einem Bauchgefühl heraus grundsätzlich gegen Wärmedämmungen sind, geht es bei anderen Diskussionen um deren Dicke, das verwendete Material oder die Verarbeitung. Manche behaupten sogar, Wärmedämmung sei die Ursache für Feuchtigkeit, Schimmel oder sehen darin eine Kampagne der Dämmstoffindustrie. Ich habe dazu ein klare Meinung: Wärmedämmung ist das A und O gesunden behaglichen Wohnens.

Modernisiert mit Dämmung und hinterlüfteter Fassade aus Brettschalung (Lärche)

Unbestritten ist, dass Wohnungen hierzulande vor allem Schutz vor Kälte, Hitze, Wind und Regen bieten sollen. Dafür nutzten die Menschen früher wie heute Materialien und Konstruktionen, die nicht aufweichten, Licht einließen, für ausreichende Belüftung sorgten und angenehme Raumtemperaturen ermöglichten.

#Hausbau und Modernisierung – Ziel: Behaglichkeit

Heute erwartet man zu jeder Tageszeit eine behagliche Wohnumgebung – unabhängig von der Witterung – und möchte diese Behaglichkeit zu erschwinglichen Kosten genießen. Das stellt hohe Anforderungen an die Planung, die Baumaterialien und deren Verarbeitung.

Ein Hausbau in unseren klimatisch anspruchsvollen Breiten erfordert erheblichen Material- und Herstellungsaufwand sowie einen gewissen Energiebedarf. Energie wird nicht nur während der Nutzung des Gebäudes für Heizung und Strom benötigt, sondern auch für Materialtransporte, Handwerkerfahrten und die Wege des Bewohners zu Arbeit, Schule oder Einkauf. Diese Faktoren schlagen in der Energie- und Kostenbilanz zu buche und sollten bei der Planung berücksichtigt werden, ebenso wie die Entwicklung der Brennstoff- bzw. Energiepreise.

In den folgenden Kapiteln möchte ich meine Sicht der Dinge darlegen, die Ursachen für Behaglichkeitsmängel erklären und praktische Tipps geben, wie man mit vernünftigem Aufwand möglichen Problemen vorbeugen kann. Zunächst beschäftige ich mich mit den physikalischen Grundlagen thermischer Behaglichkeit.

Autor: fnow