Wärmegedämmtes Kaltdach
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Alles zum wärmgedämmte Kaltdach
#Übersicht

- Vom Kaltdach wird gesprochen, wenn unterhalb der Dachhaut mindestens eine belüftete Ebene oberhalb des Unterdaches (Unterspannbahn, Holzfaserdämmplatte) liegt. Diese dient dem Abtransport von ausdiffundierten Wasserdampf und der Trocknung von eventuell eingedrungenem Treibregen oder Schnee.
- Die Funktion der Belüftung beruht auf der Thermik, bei der wärmere Luft nach oben steigt und so den Wasserdampf mit nimmt. Das verlangt ausreichend groß dimensionierte Öffnungen am Belüftungseingang (Dachkasten) und am Belüftungsausgang (First).
- Unterhalb des Kaltdaches kann sich eine Dämmung anschließen (Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung) oder es kann ungedämmt bleiben (ohne Dachgeschossausbau).
#Dachgeschossausbau im Kaltdach

Bei einem Kaltdach ohne Dämmung liegen die Tragelemente im Kaltbereich und können von der niedrigtemperierten Winterluft mehr oder weniger allseitig gut umspült werden. Das Holz bleibt trocken, wenn die Dachhaut intakt ist. Man sieht es z.B. an sehr alten Scheunen, deren Dachkonstruktionen beständig sind, sofern die Dacheindeckung instand gehalten wird.
Bei einem Dachgeschossausbau bleibt die zentrale Aufgabe, die Holzkonstruktion des Daches gegen eindringende Feuchtigkeit durch Regen, Treibregen und Flugschnee zu schützen. Zusätzliche Aufgaben entstehen aus der Veränderung einiger Bedingungen.
- Die Masse nimmt zu: Sparren und andere Elemente müssen die zusätzlichen Dämmstoffe, eventuell liegende Dachflächenfenster und die raumseitige Verkleidung tragen.
- Die Temperatur steigt: Durch den Einbau der Dämmung (Zwischensparrendämmung) liegen die alten Tragelemente (Sparren, Pfetten) überwiegend im neu beheizten Ausbaubereich des Daches. Das erhöht die Holzkerntemperatur und verändert das Verhalten der Holzkonstruktion.
- Die Belüftung lässt nach: Die „Belüftung“ der Tragkonstruktion mit kalter, trockener Außenluft wird durch den Ausbau eingeschränkt. Die Holzfeuchtigkeit kann zunehmen.
- Die Raumluftfeuchtigkeit erhöht sich:
- Im ausgebauten Dachraum steigt durch die Nutzung (Atmung, Körperhygiene, Kochen, Wäsche) die relative Raumluftfeuchtigkeit. In der Folge steigt auch die Feuchtigkeit innerhalb der Dämmstoffe und Konstruktionselemente und kann kritische Wert annehmen.
- Frisch eingebaute Hölzer müssen austrocknen können, da man immer mit einer recht hohen Einbaufeuchte rechnen muss.
- Eine mangelhafte Luftdichtheit und der Einbau falsch dimensionierter Dampfbremsen kann zur Kondensatbildung in Dämmschichten führen.
Der Einbau von Wärmedämmung im Dachgeschoss (z.B. als Zwischensparrendämmung) macht aus einem Kaltdach kein Warmdach, wie man vielleicht vermuten könnte. Sofern über der Dämmebene mindestens noch eine Belüftungsebene eingerichtet ist, die eine Luft- und Wasserdampfabfuhr ermöglicht, bleibt das Kaltdach ein Kaltdach. Auch Dächer mit Aufsparrendämmung bleiben im Grunde Kaltdächer, sofern nicht über der Dämmschicht unmittelbar eine unbelüftete Dachhaut (Kunststoff-, Bitumenschweißbahn) aufgeklebt ist.