Zwischensparrendämmung
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Alles zur Zwischensparrendämmung, Aufbau, Anforderungen, Besonderheiten, Ausführung, Kosten, praktische Tipps.
#Übersicht

- Die Zwischensparrendämmung ist eine effiziente und sehr häufig angewandte Methode der Dämmung ausgebauter und beheizter Dachgeschosse.
- Sie stellt hohe Anforderungen an die Ausführungsqualität der Dämmschicht, insbesondere an die Lückenlosigkeit und die Luftdichtheit.
- Der Dämmstoff kann zwischen die Sparren geklemmt oder in eine verlorene Schalung eingeblasen werden.
- Um einen im GEG geforderten U-Wert von 0,24 W/m²K für die Dämmung zu erreichen, muss ein Dämmstoff der WLG 040 mit mindestens 16 cm eingebracht werden.
- Die Beschäftigung mit den Besonderheiten der Zwischensparrendämmung ist ratsam, da es häufig zu Ausführungsmängeln kommt.

#Belüftung zwischen Dämmstoff und Unterdach – ja oder nein?
Bei der Zwischensparrendämmung wird ein Dämmstoff zwischen den Sparren verlegt. Man unterscheidet eine belüftete und eine unbelüftete Variante. Die unbelüftete Variante wird auch Vollsparrendämmung genannt, weil der gesamte Hohlraum zwischen den Sparren vollständig mit Dämmstoff gefüllt ist.
#Die belüftete Variante der Zwischensparrendämmung

Die belüftete Variante besitzt oberhalb des Dämmstoffes bis zum Unterdach (z. B. eine Unterspannbahn) einen belüfteten Raum unterschiedlicher Stärke (2–6 cm). Dieser Luftraum entstand in der Anfangszeit gedämmter Konstruktionen aus der Überlegung, dass Feuchtigkeit, die einmal in die Wärmedämmung eingetragen worden ist, auch wieder herauskommen und abtransportiert werden muss. Diffusionsoffene Unterspannbahnen kannte man anfangs genauso wenig wie feuchteadaptive Dampfbremsen.
Die Probleme dabei:
- Die vorwiegend eingesetzte Mineralwolle hält sich nicht an die Vorgabe eines sicheren Luftzwischenraums und kann aufquellen.
- Die durchströmende Außenluft ist im Winter kalt, wodurch sich die Wärmedämmung abkühlt und Wasserdampf kondensieren kann. Die Mineralwolle sackt zusammen und bildet Wassernester.
- Im Sommerhalbjahr dagegen strömt vorwiegend warme Außenluft durch den Zwischenraum, was die Mineralwolle und die Konstruktion erwärmt. Die sommerliche Erwärmung ist unangenehm hoch.

Eine belüftete Zwischensparrendämmung vorzusehen ist möglich, aber nicht empfehlenswert. Sinnlos ist die Belüftung, seit es feuchteadaptive Dampfbremsen gibt. Diese speziellen Bahnen sichern auch dann eine ausreichende Rücktrocknung, wenn das Unterdach einen hohen Dampfdiffusionswiderstand besitzt. Dies ist bei unbekannten Eigenschaften von Folien und Aufbauten immer anzunehmen. Will man dennoch nicht auf die Belüftung verzichten, muss der Luftraum vom Dachkasten (Traufe Zuluft) bis zu den Firstziegeln (Abluft) durchgängig und mit ausreichendem Querschnitt durchströmbar sein.
#Die unbelüftete Variante der Zwischensparrendämmung

Eine unbelüftete Zwischensparrendämmung ist bei der Sanierung immer dann erste Wahl, wenn bereits ein Unterdach (Folie, Brettschalung, Holzfaserdämmplatte) vorhanden ist und wenn das Unterdach einen geringen Dampfdiffusionswiderstand besitzt. Das wird bei älteren Konstruktionen aber eher nicht der Fall sein. Ist der Dampfdiffusionswiderstand hoch (Gitterfolie, Brettschalung mit Bitumenpappe), kann die unbelüftete Dämmung daher nur angewendet werden, wenn raumseitig eine Dampfbremse mit feuchtevariablen (feuchteadaptiven) Eigenschaften luftdicht eingebaut wird. Diese Art der Dampfbremse hat ein großes Rücktrocknungsvermögen der gedämmten Konstruktion. Der gesamte in der Höhe zur Verfügung stehende Platz kann mit Dämmstoff verfüllt werden. Besonders sicher ist die Wärmedämmung aus Holz- oder Zellulosefaser, einem Unterdach (Unterspannbahn) aus mindestens 40 mm Holzfaserdämmplatte und einer feuchteadaptiven Dampfbremse mit luftdichter Verlegung.

#Geeignete Dämmstoffe für die Zwischensparrendämmung
#Mineralwolle
Vorteile: Für die unbelüftete Zwischensparrendämmung (Vollsparren) wird überwiegend die gut geeignete Mineralwolle eingesetzt. Sie kann vom Heimwerker selbst verlegt werden. Mineralwolle ist preiswert in allen gewünschten Stärken zu haben. Die Wärmedämmung ist hoch (WLG 035), die Verarbeitung leicht und Reste lassen sich gut als Stopfwolle nutzen. Der Schallschutz ist gut.

Nachteile: Wegen der geringen Dichte der Mineralwolle ist die im Sommer erreichbare thermische Behaglichkeit jedoch nicht so gut wie bei einem Einsatz schwererer Dämmstoffe (Holzfaserdämmplatte, Zellulose, Holzfasern). Auf eindringendes oder sich aus dem Dampf bildendes Wasser reagiert Mineralwolle mit der Bildung von Wassernestern, weil keine kapillare Leitfähigkeit vorhanden ist.
Alternativen: Zur Mineralwolle sind mattenartige Dämmstoffe aus Naturfasern und einblasfähige Dämmstoffe (Holzfasern, Zellulose), deren Steckbriefe Sie hier finden.
#Holzweichfaser-Dämmmatten
Vorteile: Gut eignen sich auch Holzweichfaser-Dämmmatten. Sie können vom Heimwerker selbst verlegt werden. Die Holzweichfaser-Dämmmatten sind ebenso preiswert wie Mineralwolle und in allen gewünschten Stärken zu haben. Die Wärmedämmung ist hoch (WLG 040), die Verarbeitung leicht und Reste lassen sich gut als Stopfwolle nutzen. Der Schallschutz ist gut. Wegen der vergleichsweise hohen Dichte ist die im Sommer erreichbare thermische Behaglichkeit verhältnismäßig hoch, erreicht jedoch nicht ganz die einblasfähige Zellulose bzw. Holzfaser. Auf eindringendes oder sich aus dem Dampf bildendes Wasser reagieren Holzweichfaser-Dämmmatten wegen ihrer kapillaren Leitfähigkeit gutmütig.

Alternativen zu den Holzweichfaser-Dämmmatten sind mattenartige Dämmstoffe aus Naturfasern und einblasfähige Dämmstoffe (Holzfasern, Zellulose), deren Steckbriefe Sie hier finden.
#Styropor
Vorteile: Styropor ist ein leichter, einfach handhabbarer Dämmstoff geringer Wärmeleitfähigkeit (WLG 035 bis 032). Styropor ist preiswert und in allen möglichen Abmessungen zu haben. Gut geeignet für Untersparren-Dämmung.
Nachteile: Für die Zwischensparrendämmung wenig geeignet, da sich Styropor nur schlecht zwischen die Sparren einpassen lässt: So sind lückenlose Dämmschichten kaum erreichbar. Reste lassen sich nicht weiter verwenden. Da Styropor mit der Zeit schrumpft, liegt es nach einiger Zeit lose in den Gefachen. Lückenlos verlegte Dämmschichten sehen anders aus. Ähnlich wie bei der Mineralwolle ist bei Styropor die thermische Behaglichkeit wegen der geringen Dichte eingeschränkt. Kapillare Feuchtigkeitstransporte lässt Styropor, ebenso wie Mineralwolle, nicht zu. Das wirkt sich insbesondere im Fehlerfall bei einem Feuchteschaden aus.
Alternativen zu Styropor bei der Zwischensparrendämmung sind mattenartige Dämmstoffe aus Naturfasern und einblasfähige Dämmstoffe (Holzfasern, Zellulose), deren Steckbriefe Sie hier finden.
#Einblasfähige Dämmstoffe wie Holzfasern, Zellulose

Vorteile: Zellulose und Holzfasern haben den Vorteil, dass
- die Dämmung nach dem Einblasen in die Hohlräume zwischen den Sparren lückenlos und bei richtiger Verarbeitung setzungssicher „sitzt";
- die Masse des eingeblasenen Dämmstoffes recht hoch ist, sodass bessere Behaglichkeitswerte (langsamere thermische Aufheizung im Sommer) als mit Mineralwolle bzw. Styropor erzielt werden.
Voraussetzung für das Einblasen ist ein Unterdach, gegen das geblasen werden kann (Holzfaserdämmplatte) und eine verlorene Schalung innenseitig, z. B. OSB-Platten, faserarmierte Dampfbremsen. Einblasbare Dämmstoffe lückenlos und in der geforderten Einblasdichte einzubauen ist Sache eines erfahrenen und gut geschulten Fachbetriebes. Eigenleistungen sind möglich bei der Herstellung der Luftdichtheits- und Installationsebene.
Wärmegedämmte Konstruktionen mit Zelluloseflocken und Holzfasern weisen eine hohe Fehlertoleranz auf, da sie kapillare Eigenschaften besitzen. Wassernester entstehen nicht, da Feuchtigkeit in alle Richtungen wegtransportiert wird. Zusammen mit diffusionsoffenen Unterdächern und feuchtevariablen Dampfbremsen auf der Warmseite entsteht dadurch eine sehr große Trocknungsoberfläche. Natürlich können auch diese Stoffe nicht endlos Wasser aufnehmen. Auf kleinere Durchfeuchtungen reagieren kapillaraktive Dämmstoffe aber „gutmütig". Der Schallschutz ist hoch.
Nachteile: Eigenleistung nur bei Nebenleistungen, starke Staubentwicklung möglich
#Wenn es keine funktionsfähige Unterspannbahn gibt

Manchmal möchte man ein Dachgeschoss ausbauen, jedoch fehlt die wichtige Unterspannbahn. Sie hat aber die wichtige Aufgabe, die Dämmschicht von außen trocken zu halten. Wenn die Dachziegel noch gut sind, lässt sich eine nachträgliche Unterspannbahn für jedes Gefach einzeln einziehen.
- Zunächst wird eine Dachlatte im Sparrenfeld mittig an die die Ziegel tragenden Dachlatten senkrecht angeschraubt.
- Eine Unterspannbahn mit einem sd-Wert von 0,1 bis 0,05 m wird auf die erforderlichen Abmaße (lichter Abstand der Sparren plus etwa 12 cm links und 12 cm rechts) zugeschnitten.
- Mittels einer weiteren Dachlatte wird die Unterspannbahn in der Ecke zwischen Sparren und tragenden Dachlatten gemäß Abbildung unter leichter Spannung fixiert.
- Das noch freie Ende der Unterspannbahn wird zum Schluss mit einer dritten Dachlatte an die gegenüberliegende Seite gemäß Abbildung angeschraubt.
- Wenn mehrere Lagen erforderlich sind, muss man von oben mit der Montage der Abschnitte der Unterspannbahn beginnen. Die Überlappungen sollten luftdicht abgeklebt werden.
- Es ist zweckmäßig, soweit wie möglich von oben anzufangen und nach unten bis in den Dachkasten zu führen.
- Ist die Unterspannbahn verlegt, kann eine Weichfasermatte als Dämmstoff verlegt werden.

Auf ähnliche Art kommt man zu einem Unterdach mit Holzfaserdämmplatte.

#Wenn die Sparrenhöhe für eine Zwischensparrendämmung nicht ausreicht
Bei älteren Gebäuden reicht die vorgefundene Sparrenhöhe oftmals nicht, um den gesetzlich geforderten bzw. den von der KfW-Förderbank erwünschten U-Wert der Konstruktion zu erzielen. Dazu wären mindestens 16 cm bzw. 26 cm Dämmstoffhöhe erforderlich. Sofern neu eingedeckt wird, sollte eine entsprechend starke Holzfaserdämmplatte als Unterdach (Stärke ab 4 cm aufwärts) vorgesehen werden. Das Ergebnis entspricht einer gut funktionierenden Kombination von Zwischensparren- und Aufsparrendämmung. Auch andere Materialkombinationen sind möglich, ebenso wie eine zusätzliche Dämmschicht unter den Sparren. Bevor die Entscheidung fällt, muss wegen der höheren Lasten in allen Fällen die Dachkonstruktion mit den zusätzlichen Lasten (Tragkraft) klarkommen. Im Zweifel sollte ein Statik-Ingenieur hinzugezogen werden. Bei Reihenhäusern ist wegen des durch die Holzfaserdämmplatte leicht erhöhten Daches Kontakt mit den Nachbarn und dem Bauamt aufzunehmen.
#Durch Aufnageln von Brettern vergrößerte Sparrenhöhe

Zur Erhöhung des nutzbaren Raumes für den Dämmstoff kann die Sparrenhöhe durch zusätzliche Hölzer (quer, längs, aufdoppeln) verstärkt werden. Eine Neueindeckung wird erforderlich, wenn die Verstärkung nach oben erfolgt. Hierzu ist ggf. auch eine Baugenehmigung erforderlich.
Bleibt es bei der vorhandenen Eindeckung, können Bretter von der Dachbodenseite aus gegen die Sparren genagelt werden (Abbildung), um die mögliche Dämmstoffhöhe nach unten anpassen zu können. Letzteres hat den Vorteil, dass somit gleich die Flucht gerichtet wird, die bei älteren Dachkonstruktionen meist nicht mehr gegeben ist.
In allen Fällen muss die Dachkonstruktion mit den zusätzlichen Lasten (Tragkraft) klarkommen. Im Zweifel sollte ein Statik-Ingenieur hinzugezogen werden. Reicht die Tragkraft der vorhandenen Sparren aus, ist auch die zusätzliche Anbringung einer durchgängigen Dämmschicht unter den Sparren möglich.
#Erhöhte Wärmedämmung durch zusätzliche Untersparrendämmung

Eine zusätzliche Untersparrendämmung ist bei ausreichendem Platz eine ideale Lösung. Die Sparren werden durch weiteres Dämmmaterial überdeckt, die gesamte Raumseite ist wärmebrückenfrei. Sie kann mit Installationsebene zur Aufnahme von Leitungen oder mit Sandwichplatten (z. B. Gipskarton-Styropor-Verbundplatte oder geputzter Holzfaserdämmplatte) ausgeführt werden. Bleibt man in allen Dämmebenen bei Holzfasern, kann nicht nur eine hervorragende Dämmwirkung, sondern auch eine hohe thermische Behaglichkeit im Winter wie im Sommer erreicht werden.
#Wind- und Luftdichtheit sichern
Wichtige Eigenschaften von gedämmten Dachausbauten sind unabhängig vom verwendeten Dämmstoff die Winddichtheit auf der äußeren, kalten Seite und die Luftdichtheit auf der inneren, warmen Seite. Während die Winddichtheit eine Durchspülung von lockeren Dämmstoffen (mattenartige wie Mineralwolle, Holzweichfaser) verhindern soll, geht es bei der Luftdichtheit darum, dass keine warme Raumluft in die gedämmte Konstruktion eindringen darf.
Das winddichtende Unterdach (in den Abbildungen grün dargestellt) kann sowohl mit
- einer Unterspannbahn,
- Brettschalung plus Unterspannbahn oder
- Holzfaserdämmplatten (empfohlen)
ausgeführt sein.
Die Winddichtheit dieser Ebene ist durch sorgfältige Abklebungen aller Durchdringungen (Schornsteine, Dunstrohre, Dachflächenfenster u. a. m.) herzustellen. Bei Einblasdämmstoffen benötigt die Konstruktion raumseitig eine zweite, „verlorene" Schalung. Diese Funktion kann die Dampfbremse (in der Abbildung blau dargestellt) übernehmen, die gleichzeitig die Aufgabe der Luftdichtheitsebene wahrnimmt. Sie wird mittels spezieller, armierter Pappen, spezieller Folien oder OSB-Platten ausgeführt. Details zur Ausführung der Dampfbremse bzw. der Luftdichtheitsebene, die unabhängig von der Art des Dachdämmsystems sind, können Sie folgenden Abschnitten entnehmen:
- Luftdichtheit und Winddichtheit ausgebauter Dachgeschosse und
- Herstellung luftdichter Konstruktionen
#Zwischensparrendämmung von außen

Ist der Dachgeschossausbau bereits erfolgt, kann eine nachträgliche Verbesserung der Wärmedämmung gewünscht sein. Das bringt mehr Behaglichkeit im Winter, senkt die Beheizungskosten und ist auch sinnvoll, wenn im Sommer unerträglich hohe Raumtemperaturen herrschen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein solches Dachgeschoss auch von außen gut zu dämmen. Dazu müssen allerdings die Ziegel abgetragen und die Dachlatten und Konterlatten entfernt werden. Vorhandene Dämmstoffe, z. B. Mineralwollematten, können weiterverwendet werden, wenn der Zustand dies zulässt. Zweckmäßiger ist die Verlegung von Holzweichfasermatten, die die Wärmekapazität erhöhen, was die thermische Behaglichkeit im Sommer erhöht.

Nachdem die Sparren von Nägeln, Holzspänen u. a. befreit wurden und ggf. vorhandene Dämmstoffe den Gefachen entnommen sind, wird eine spezielle Dampfbremse auf bzw. in die Zwischenräume eingelegt und luftdicht miteinander verklebt. Die spezielle Sanierungs-Dampfbremse muss variable bzw. feuchteadaptive Eigenschaften besitzen und darf nicht verwechselt werden mit einer Unterspannbahn. Solche speziellen Gewebebahnen oder armierte Baupappen bremsen den Wasserdampf im Winter stark, im Sommer dagegen schwach, sodass es zu einer sommerlichen Rücktrocknung kommt. Ist die Dampfbremse luftdicht verlegt, kommt es auch nicht zu Luftströmungen (Konvektion) in bzw. durch die Dämmschicht. Nachdem die Wärmedämmung eingelegt wurde, kann eine Holzfaserdämmplatte verlegt werden. Zum Abschluss kommt eine Unterdachbahn (auch Deckbahn genannt) obenauf.
Die Verlegung der Bahnen und die Herstellung der Anschlüsse ist sehr aufwändig und anspruchsvoll. Daher kommt es in der Praxis häufiger zu Ausführungsmängeln, die zu Bauschäden führen können. Ich empfehle daher die Beauftragung eines ausgewiesenen Spezialbetriebes und im Anschluss an die Verlegung eine Luftdichtheitsuntersuchung mit Leckageortung durchführen zu lassen.
#Ausführungsmängel bei der Zwischensparrendämmung
| Abbildung | Mangel |
|---|---|
zu schwache verlorene Schalung und nicht ausreichend abgesichert |
Hier wurde die verlorene Schalung zum Einblasen von Zelluloseflocken 1. nicht stark genug gewählt und 2. nicht hinreichend gegen das Aufdrücken abgesichert. |
Zwischensparrendämmung mit Alukaschierung ungeeignet |
Eine Zwischensparrendämmung mit alukaschierter Mineralwolle geht bezüglich der Luftdichtheit immer schief. Es dauert nicht lange, bis die Alufolie der Matten auf der Baustelle durchlöchert ist. Der Versuch, die Dichtheit durch Abkleben mit Alu-Klebeband wieder herzustellen, muss scheitern, weil es kein Widerlager gibt. |
Versuch der Schaffung einer Belüftungsebene mit Leerrohren |
Die Fotos zeigen die nachträglichen Bemühungen, einen ausreichenden Belüftungsquerschnitt in einem mit Mineralwolle gedämmten Gefach mittels eingeschobener Dachlatte bzw. mit Installationsleerrohren zu erhalten. |
Versuch, die Belüftungsebene durch eingeschobene Dachlatten zu sichern |
Die Belüftung ist hier notwendig, weil die Unterspannbahn nicht ausreichend diffusionsoffen ist. Offenbar hat man nicht damit gerechnet, dass die Mineralwolle-Dämmmatten, die meist stark komprimiert auf die Baustelle kommen, nach der Einbringung erheblich aufgehen! |
#Fragen und Antworten zur Zwischensparrendämmung
Frage: Unsere Familie wohnt in einem älteren Haus. 2004 wurde das Dach eines neu errichteten Anbaus mit 16 cm und das Dach des alten Wohnhauses mit 14 cm dicker mineralischer Dämmung zwischen den Sparren ausgestattet. Reicht die Dämmung aus?
Antwort: Für die vorgenommenen Maßnahmen im Jahre 2004 galten die Forderungen der Energieeinsparverordnung von 2002. Danach war im Dachbereich ein U-Wert von 0,3 W/m²K einzuhalten. Mit 16 cm Mineralwolle erreichten Sie einen U-Wert von etwa 0,24 und mit 14 cm einen Wert von etwa 0,28 W/m²K. Die seinerzeit eingebrachten Dämmstoffstärken entsprachen den damaligen Vorschriften. Insofern ergibt sich daraus gegenwärtig keine Änderungsnotwendigkeit. Es sei denn, dass es aus Gründen der Behaglichkeit oder der Wohngesundheit (Schimmel?) angebracht wäre, etwas zur Beseitigung von Wärmebrücken in dem genannten Bereich zu tun.
Frage: Ich möchte das Dach von innen dämmen. Dachstuhl, Ziegel usw. sind in einem guten Zustand. Das Dach besteht aus Tonziegeln, einer Lattung/Konterlattung, einer Unterspannbahn (DuPont Tyvek Pro), einer Bretterschalung und den Dachsparren mit einer Höhe von 20 cm. Hier möchte ich Klemmfilz verwenden. Welche Folie oder Membran muss dabei von innen auf die Dämmung?
Antwort: Die beabsichtigte Dachdämmung wird so, wie dargestellt, funktionieren, sofern eine sorgfältig und luftdicht verlegte Dampfbremse unmittelbar über der Dämmschicht (auf der warmen, inneren Seite) eingebaut wird. Die Wasserdampfdurchlässigkeit der verwendeten Unterspannbahn DuPont Tyvek Pro ist gut, sodass die gesamte Konstruktion als diffusionsoffene Konstruktion ausgeführt werden kann. Damit ergibt sich auch die Möglichkeit, den Sparrenzwischenraum vollständig mit 20 cm starker Mineralwolledämmung auszufüllen. Als Luftdichtheitsebene (Dampfbremse) schlage ich eine feuchteadaptive Dampfbremse mit einem sd-Wertebereich zwischen 2 und 10 vor. Diese ist mit den zum System gehörenden Klebebändern luftdicht zu verlegen und zu verkleben. Ist dieser Arbeitsgang abgeschlossen, sollte zur Sicherheit eine Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door) durch ein Ingenieurbüro vorgenommen werden. Erst dann wird die abschließende Verkleidung mit einem Abstand von ca. 2 cm (Installationsebene) angebracht.
Frage: Unser Dach von 1972 soll von innen gedämmt werden. Die Ziegel sind aus Beton, es gibt keine Konterlattung, ein Unterdach fehlt und die Dachsparren haben eine Tiefe von 20 cm (siehe Foto). Die von uns kontaktierten Firmen planen von außen nach innen ein 18 cm Klemmflies (UNIFIT TI 132 U, WLG-Gruppe 0,32), eine Dampfbremse, Konterlatten innen und Rigipsplatten einzubauen. Von einer zwischen die Dachsparren einzunagelnden „diffusionsoffenen Unterdeckbahn" wird abgeraten. Unsere Fragen: Ist der Verzicht auf die Unterdeckbahn in unserem Fall sinnvoll? Können wir mit diesem Einbau den vom GEG vorgeschriebenen U-Wert von 0,24 erreichen?
Antwort: Es ist nicht sinnvoll, auf eine diffusionsoffene Unterdeck- bzw. Unterspannbahn zu verzichten. Schließlich soll mit der Bahn eine Winddichtungsebene eingezogen werden, die die Durchströmung der Dämmschicht mit Außenluft verhindert. Außerdem soll eventuell von außen eindringendes Wasser (defekte Dachziegel, tauender Flugschnee) daran gehindert werden, in die Dämmschicht zu laufen. Der nachträgliche Einbau einer Unterdeckung von innen ist recht einfach. Dazu werden Dachlatten seitlich an die Dachbalken befestigt. Mittig zwischen den Balken wird eine Dachlatte hochkant an die vorhandene Dachlattung geschraubt. Dann wird eine diffusionsoffene Unterspannbahn an den seitlich eingebauten Dachlatten links und rechts mit einer weiteren Latte straff befestigt. Die mittige Latte soll oberhalb der Unterspannbahn eine Kehle ausbilden, in der sich ggf. Wasser sammeln kann und nach unten abläuft. Dazu muss die nachträglich eingezogene Unterspannbahn über den Drempel in den Traufbereich geführt werden. So vorbereitet, kann jetzt der Dämmstoff in voller Höhe (keinen Lüftungsspalt lassen) eingebaut werden. Die Dampfbremse sollte feuchtevariable Eigenschaften besitzen und luftdicht eingebaut werden. Auf die Dampfbremse folgt die Konterlattung, die die Verletzungsfreiheit der luftdicht montierten Dampfbremse sicherstellen soll (Installationsebene). Mit 18 cm Dämmstoff wird unter Berücksichtigung der schwächeren Wärmedämmung der Balken nur ein U-Wert von etwa 0,29 erreicht. Um das Ziel zu erreichen, müssten mindestens 22 cm Dämmstoff – in diesem Falle Mineralwolle – eingebaut werden.
zu schwache verlorene Schalung und nicht ausreichend abgesichert
Zwischensparrendämmung mit Alukaschierung ungeeignet
Versuch der Schaffung einer Belüftungsebene mit Leerrohren
Versuch, die Belüftungsebene durch eingeschobene Dachlatten zu sichern