Wärmebilder von Außenwänden: Welche Wahrheit zeigen sie uns?
Wärmebilder verschiedener Außenwände zeigen uns die qualitativen Eigenschaften des Altbaus (Schwächen) und im Neubau (Ausführungsmängel).
#Übersicht
- Die Thermografie (Wärmebilder) wird angewendet, um unterschiedliche Oberflächentemperaturen, z. B. auf Hauswänden, sichtbar zu machen.
- Mit Hilfe eines Sensors im Inneren der Wärmebildkamera werden unterschiedliche Temperaturen Punkt für Punkt erfasst und je nach Temperatur in unterschiedlichen Farben (Temperaturen) wiedergegeben.
- Innen- und Außentemperaturen des Objektes werden mit erfasst, woraus sich schlussfolgern lässt, welche wärmedämmenden Eigenschaften Bauteile haben.
- Aus der Verteilung der Oberflächentemperaturen (Wärmebild) lassen sich Wärmbrücken lokalisieren.
- Insbesondere bei der Ermittlung der Ursachen von Wohnraumschimmel und Durchfeuchtungen ist die Thermografie nicht mehr wegzudenken.
- Die „Sicht" mittels Wärmebildkamera auf die Bauteile kann von außen oder/und innen erfolgen, was unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten zulässt.
- Das Verfahren wird z. B. als Dienstleistung (z. B. von Energieversorgern und Ingenieurbüros) angeboten.

Bei richtiger Anwendung und sorgfältiger Auswertung können mit Hilfe der Thermografie der Außenwände Wärmebrücken bzw. die Dämmeigenschaften gut beurteilt werden. Im oberen Wärmebild eines aus verschiedenen Baustoffen errichteten Gebäudes sehen wir zahlreiche Wärmebrücken (gelb bis rot), wie Sturzträger über den Fenstern, Maurermörtel zwischen den Steinen, Wechsel der wärmetechnischen Qualität der Steine (Erdgeschoss), Sohlbänke im Dachgeschoss u. a. m..

Für aussagekräftige Wärmebilder der Außenwände wird eine Thermografiekamera mit einer Auflösung von mindestens 360 x 240 Pixeln benötigt. Trotz moderner Technik werden beim Vorgang des Thermografierens auch technische Fehler gemacht (Außentemperatur, Nebel, Sonneneinstrahlung von außen u. a.). Außerdem werden Wärmebilder bei der Auswertung häufig fehlerhaft interpretiert. So können z. B. bei einigen Außenwandkonstruktionen, wie hinterlüfteten Fassaden oder bei verglasten Flächen keine eindeutigen Schlüsse gezogen werden. Bei Dächern ist ein rechtwinklig zur Objektoberfläche aufgenommenes Wärmebild außer mit Kameradrohnen kaum möglich. Außerdem haben wir es bei Dächern fast immer mit hinterlüfteten Konstruktionen zu tun, bei denen die erfassten Oberflächentemperaturen durch verschiedene Einflüsse stark verfälscht sind. Die folgende Übersicht zeigt Möglichkeiten und Erfolgsaussichten auf auswertbare Wärmebilder, wenn Außenwände verschiedener Konstruktionsarten thermografiert werden:
| Konstruktion | Auswertbare Bilder? |
|---|---|
| Monolithische Außenwände aller Art | ja |
| Holzständerkonstruktionen ohne Vorsatzschalen, nicht hinterlüftet | ja |
| Monolithische Außenwände mit Dämmung von außen | (ja), Fehler durch Hinterlüftung möglich |
| Monolithische Außenwände mit Dämmung von innen | (ja, schwierig), Fehler durch Hinterlüftung, Möblierung möglich |
| Zweischalige Außenwände mit und ohne Dämmungen aller Art, geschlossene Kammern | (ja), Fehler durch Hinterlüftung möglich |
| Außenwände mit Dämmung von außen und hinterlüfteter Fassade | Nein (ja, Interpretationsbedarf) Hinterströmung! |
| Holzständerkonstruktionen mit hinterlüfteter Fassade | Nein (ja, Interpretationsbedarf) Hinterströmung! |
| Begrünte, berankte Fassaden | Nein (ja, Interpretationsbedarf) |
Die folgenden Bilder zeigen Gebäude, bei denen optimale konstruktive Bedingungen für die Thermografie der Außenwände gegeben waren.






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