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Von Glasbausteinen trennen: Was ich erreiche

Ältere Glasbausteine haben eine geringe Wärmedämmung, verschlechtern die Behaglichkeit und verursachen erhebliche Wärmeverluste: Alternativen und Verbesserungsvorschläge.

#Übersicht

Wärmeverluste durch Glasbausteine im leicht beheizten Treppenhaus
Wärmeverluste durch Glasbausteine im leicht beheizten Treppenhaus
Problem: schwache Wärmedämmung älterer Glasbausteine
Problem: schwache Wärmedämmung älterer Glasbausteine
  • Glasbausteine bestehen aus zwei Pressglasschalen, die miteinander verschmolzen sind. Innenseite und Außenseite sind also durch massive Glasstege miteinander verbunden. Es gibt daher keine thermische Trennung zwischen den beiden Halbschalen.
  • Ältere Glasbausteine haben eine schwache Wärmedämmung und verursachen daher hohe Heizkosten pro m². Sie haben Bestandsschutz.
  • Ein Einbau in Neubauten erreicht auch mit modernen Glasbausteinen nicht mehr die Anforderungen an Außenbauteile nach dem GEG. Im Inneren gibt es für den Einbau keine Einschränkungen.

#Historie

Glasbausteine in einer Wand
Glasbausteine in einer Wand von innen gesehen

Glasbausteine waren in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stark in Mode. In einigen Gegenden Deutschlands, insbesondere im süddeutschen Raum, sieht man sie in einigen Gegenden noch heute fast in jedem Haus. Häufig sind es die Treppenhäuser oder Eingangsbereiche, die durch die Glasbausteine belichtet werden sollten.

Glasbausteine in einem Treppenhaus
Glasbausteine in einem Treppenhaus

In anderen Fällen sollten Glasbausteinwände Sichtschutz gegenüber neugierigen Nachbarn auch im Wohnbereich sichern. Eines haben alle diese Glasbausteine gemeinsam: Wärmetechnisch gesehen sind sie nach heutigen Gesichtspunkten ausgesprochen schwach. Veränderungsbedarf besteht aber nur in solchen Flächen, bei denen die dahinterliegenden Räume auch beheizt werden.

#Behaglichkeit und technische Daten

Die thermische Behaglichkeit lässt im Winter in der Nähe der Glasbausteinwände in Außenwänden stark zu wünschen übrig, sodass man sich lieber heute als morgen davon trennen möchte. Ursache dafür ist die massive Bauart der Glasbausteine. Das eingeschlossene Luftvolumen hat keine nennenswerte wärmedämmende Wirkung, weil die Anzahl der Verbindungsstege bzw. Mörtelfugen sehr hoch ist. Eine weitere Verschlechterung der Wärmedämmung ist auf die enthaltenen Bewehrungseisen zurückzuführen, die bei höheren oder längeren Glaswänden erforderlich sind, um die Stabilität zu sichern.

Austausch der Glasbausteine durch dreifach verglaste Fenster auf Passivhausniveau
Austausch der Glasbausteine durch dreifach verglaste Fenster auf Passivhausniveau

Der U-Wert der veralteten Konstruktionen ist unterschiedlich und hängt von der Glasbausteintiefe, der Vermörtelung, der Bewehrung u. a. Faktoren ab. Er liegt aber keinesfalls kleiner als etwa 3,5 W/m²K und wird in den meisten Fällen nur 4 W/m²K erreichen. Zum Vergleich: Moderne Fenster mit Dreischeibenverglasung und Edelgasfüllung in gut wärmedämmenden Rahmen bringen es auf Werte deutlich unter 1 W/m²K. Anders ausgedrückt: Wenn eine Glasbausteinwand durch ein gleich großes Fenster moderner Bauart ersetzt wird, verringert sich der Wärmeverlust von innen nach außen auf weniger als 30 % des Ausgangsniveaus. Gleichzeitig verbessert sich die thermische Behaglichkeit, da die inneren Oberflächentemperaturen bei gleichen Witterungsverhältnissen deutlich ansteigen. Der gefürchtete „Kaltluftfall" vor der verglasten Fläche wird stark verringert.

Fensterprofil Haus mit Glasbausteinen
Fensterprofil im Schnitt mit DreifachverglasungFensterprofil im Schnitt mit Dreifachverglasung Glasbausteine in einer Treppenhauswand, hinter der es im Sommer sehr warm wirdGlasbausteine in einer Treppenhauswand, hinter der es im Sommer sehr warm wird

Ich rate dazu, im Rahmen einer Modernisierung die Glasbausteine durch ein oder mehrere moderne, sogenannte passivhaustaugliche Fenster zu ersetzen (es geht auch mit weniger teuren Fenstern, deren Uw-Wert bei etwa 1 liegen sollte). Passivhaustaugliche Fenster haben U-Werte unter 0,85 W/m²K. Solche Fenster können Sie mit Holz- und Kunststoffprofilen kaufen, aber auch mit aufgesetzten Aluminiumprofilen. Welche Fenster-Hersteller passivhaustaugliche Zertifizierungen besitzen, erfahren Sie hier.

#Alternativen

Wenn die Glasbausteine als gestalterisches Element verbleiben sollen, können Sie die vorhandenen Glasbausteine gegen neue Iso-Glasbausteine ersetzen. Mir sind Produkte aus Österreich http://www.glasbausteine.at bekannt, die einen U-Wert von 1,5 W/m²K erreichen. Ob die fertige Wand (Fugen!) ebenfalls auf 1,5 W/m²K kommt, darf bezweifelt werden. Eine maximale Energieeinsparung erreicht diese Lösung aber nicht, wie man an den Zahlen erkennen kann.

Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der bestehenden Situation hat man (ohne Eingriffe in die bestehende Bausubstanz von außen vornehmen zu müssen) durch den Einbau einer zusätzlichen Verglasungsebene von innen. Wer sich für diese Lösung entscheidet, muss wissen, dass trotz optimaler Abdichtung der Eintrag von Wasserdampf in den Hohlraum zwischen der Glasbausteinwand und dem neuen, verglasten Bereich nicht ausgeschlossen werden kann. Ursache ist, dass selbst bei sehr hoher Luftdichtheit der vorgesetzten Konstruktion die Wasserdampfdiffusion über das Mauerwerk im Laibungsbereich (Flanken) und über den Rahmen nicht zu verhindern ist. Daher müsste eine Lösung gesucht werden, bei der ein gelegentlicher Kondensatanfall im Zwischenraum beseitigt werden kann. Also muss das von innen eingesetzte Glasteil zumindest teilweise und zeitweise geöffnet werden können. Auch die Reinigungsmöglichkeit ist zu beachten.

Wärmebild Glasbausteine (unter dem Ringbalken!)
Wärmebild Glasbausteine (unter dem Ringbalken!)

Das von innen eingesetzte Glasteil muss sicher nicht den strengen Anforderungen genügen wie ein alleiniges Fenster. Es wäre hier schon eine Standard-Verglasung mit U-Wert 1,1 und warmer Kante (Glasabstandsleiste) als ausreichend zu bewerten. Der Rahmen sollte jedoch hohen Anforderungen genügen und keinen schlechteren U-Wert als 1,2 besitzen. Die innere Fenster-Konstruktion sollte möglichst nahe an den Glasbausteinen eingebaut werden, weil zu große Abstände eine unerwünschte Eigenzirkulation der eingeschlossenen Luft ermöglichen. Hilfreich wäre es auch, wenn die Laibungen des Glasbausteinelementes vor dem Einbau des Fensters mit einer etwa 2 cm starken Innendämmung aus PU-Schaum o. Ä. versehen werden. Eine dauerhafte Belüftungsmöglichkeit des Hohlraumes vorzusehen, halte ich nicht für sinnvoll. Ebenso wenig sinnvoll ist es, nach Möglichkeiten absoluter Dichtheit zu suchen.

Möglich ist es auch, die alten Glasbausteine gegen transparente Bausteine bzw. Flächen aus einem anderen Material zu ersetzen. Denkbar sind bspw. Mehrkammer-Stegplatten aus Polykarbonat. Jedoch sind solche Lösungen wärmetechnisch in jedem Falle als schlechter zu bewerten als eine moderne 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung.

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| Autor: now

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