Wärmegedämmte oberste Geschossdecke
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Alles über den Aufbau und die Verlegung von Dämmstoffen für eine wärmegedämmte oberste Geschossdecke (von oben oder von unten)
#Übersicht

- Eine oberste Geschossdecke sollte immer dann gut wärmegedämmt werden, wenn sie die Grenzfläche zwischen dem letzten beheizten und dem darüber befindlichen unbeheizten Teil des Hauses darstellt.
- Eine (zusätzliche) Dämmung mit einer empfohlenen Stärke von ca. 20 cm ist meist die wirtschaftlichste aller möglichen Dämmmaßnahmen am Wohnhaus. Damit wird der vom Gesetzgeber verlangte U-Wert der Decke von 0,24 W/m²K (§47 GEG) sicher erreicht. Die Verlegung kann vom Bauherrn selbst durchgeführt werden.
- Eine Dämmung der Dachschrägen ist bei nicht ausgebautem Dach weder notwendig noch sinnvoll, da hierbei eine im Kaltbereich liegende Fläche mit Dämmstoff versehen würde. Diese Maßnahme hätte keine nennenswerte Wirkung.
- Die Dämmung der obersten Geschossdecke verringert auch die sommerliche Aufheizung im darunter liegenden Geschoss.
#Wo erfolgt die zusätzliche Dämmung der obersten Geschossdecke?
Wenn das Dachgeschoss weder ausgebaut noch beheizt wird und auch in absehbarer Zukunft daran nicht gedacht ist, ist eine zusätzliche Dämmung entweder
- in die Decke einzubauen (z.B. in die Hohl- bzw. Zwischenräume bei Holzbalkendecken) oder
- auf die Decke aufzulegen (bei Massiv- und Holzbalkendecken) oder
- an der Unterseite der Decke (Massivdecke oder Holzbalkendecke) zu befestigen.

Sehr einfach gestaltet sich eine zusätzliche Wärmedämmung, wenn die oberste Geschossdecke nicht die Aufgabe hat, als Speicher für allerlei Abgelegtes zu dienen. Dann kann bei einer Massivdecke ein Dämmstoff direkt aufgelegt oder aufgeblasen werden. Bei Holzbalkendecken ist dies auch möglich, jedoch sind einige Besonderheiten zu beachten.
Eine wärmegedämmte oberste Geschossdecke ist wegen der vergleichsweise geringen Kosten meist effizienter als alle anderen Maßnahmen zur Energieeinsparung. In der Regel werden sich die Aufwendungen bei ungedämmten Betondecken je nach Art der Wärmeerzeugung schon nach 3 bis 5 Jahren und bei Holzbalkendecken nach 5 bis 10 Jahren amortisieren.
Bitte denken Sie daran, sich rechtzeitig nach Fördermöglichkeiten zu erkundigen.
#Dämmstoffe für die oberste Geschossdecke (massiv)
Für die Dämmung der obersten Geschossdecke eignen sich Dämmplatten (Mineralfaser, Hartschaum etc.) oder Schüttungen (Perlite, Zellulose). Der Dämmstoff wird auf der Decke und/oder zwischen vorhandenen Deckenbalken eingebracht. Um eine Umströmung des Dämmstoffs mit kalter Luft zu verhindern, sind Fugen zwischen Dämmstoff und übriger Konstruktion zu vermeiden. Dämmplatten sollten deshalb mehrlagig mit versetzten Stößen verlegt werden und überall dicht am Boden anliegen. Für unebene Flächen mit vielen Durchdringungen bietet sich das Aufschütten von Perlite oder Zelluloseflocken an. Die Begehbarkeit kann bei druckfestem Dämmstoff durch Bohlenstege oder Spanplatten erreicht werden. Bei Schüttungen können Spanplatten auf die vorhandenen Holzbalken bzw. eine Unterkonstruktion aufgelegt werden.
#Mit Mineralwollematten gedämmt (nicht begehbar)

Durch einfaches Ausrollen von Mineralwollmatten wird die Wärmedämmung der oberen Geschossdecke beträchtlich verbessert. Diese Maßnahme geht besonders rasch von der Hand, wenn nur wenige Einbauten oder Durchdringungen (Schornsteine, Dunstrohre) zu umbauen sind.
- Mineralwolle hat eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,034 und 0,040 W/mK. Mit 20 cm Stärke der Dämmschicht wird ein U-Wert von knapp unter 0,20 W/m²K erreicht (siehe auch Dämmschichtdickenrechner)
- Das Preis-Leistungsverhältnis der Maßnahme ist gut, wenn der Eigentümer selbst Hand anlegt. Ein m² von 100 mm starken Matten in der WLG 0,034 kostet etwa 14 €.

- Da bei der Verlegung keine Lücken bleiben sollten, empfiehlt es sich, die Dämmstoffhöhe durch kreuzweise Verlegung von zwei Lagen aufzubauen.
- Geschnitten wird Mineralwolle durch ein langes Messer mit Wellenschliff. Mit dem Verschnitt können Hohlräume ausgestopft werden. Allerdings ist hierbei mit der Entwicklung von Glasfaserstaub zu rechnen.
- Um die Decke weiterhin begehen zu können, ist die Ausbildung eines gedämmten Pfades aus einer Holzkonstruktion oder Sandwichelementen sinnvoll.
- Eine Folie, gleich welcher Art, sollte bei einer Massivdecke mit geschlossener Beton- bzw. Estrichschicht unterhalb des Dämmstoffes nicht verlegt werden.
- Oberhalb der Dämmung sollte ebenfalls keine Folie aufgelegt werden.
- Die Wärmedämmung mit Mineralfasermatten ist diffusionsoffen und muss auch diffusionsoffen bleiben.

#Mit Holzfaserplatten gedämmt (teilweise begehbar)
Auch durch einfaches, aber lückenloses Auflegen von Holzfaserdämmplatten kann die Wärmedämmung der oberen Geschossdecke deutlich verbessert werden. Die Platten werden stumpf gestoßen. Geschnitten werden die Platten mit üblichen Holzbearbeitungswerkzeugen. Dabei ist allerdings mit einer beträchtlichen Staubentwicklung zu rechnen.
Die Verarbeitung der Holzfaserdämmplatten geht rasch von der Hand, wenn nur wenige Einbauten oder Durchdringungen (Schornsteine, Dunstrohre) zu umbauen sind. Zum Stopfen ist Stopfwolle aus Holzweichfasern gut zu gebrauchen.
Holzfaserdämmplatten haben eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,036 und 0,040 W/mK. Mit 20 cm Stärke der Dämmschicht wird damit ein U-Wert von knapp unter 0,20 W/m²K erreicht (siehe auch Dämmschichtdickenrechner)
- Das Preis-Leistungsverhältnis der Maßnahme ist gut, wenn der Eigentümer selbst Hand anlegt. Ein m² von 100 mm starken Platten der WLG 0,036 kostet etwa 17 €.
- Da bei der Verlegung keine Lücken bleiben sollten, empfiehlt es sich, die Dämmstoffhöhe durch kreuzweise Verlegung von zwei Lagen aufzubauen.
- Einige Holzfaserdämmplatten sind direkt begehbar. Um die Decke dauerhaft mit starker Belastung begehen zu können (Wäsche aufhängen, Schränke, Speichern), ist die abschließende Belegung mit Holzspanplatten oder breiten Brettern sinnvoll.
- Die vergleichsweise hohe Dämmstoffmasse von Holzfaserplatten wirkt sich im Sommer positiv auf die Behaglichkeit im darunter liegenden Geschoss aus, denn die Decke wird nur langsam warm.
- Eine Folie, gleich welcher Art, sollte bei einer Massivdecke mit geschlossener Beton- bzw. Estrichschicht weder unterhalb noch oberhalb des Dämmstoffes verlegt werden.
- Die Wärmedämmung mit Holzfaserplatten ist diffusionsoffen und muss auch diffusionsoffen bleiben. Deshalb sollten keine Fußbodenbeläge (PVC, Vinyl) auf die Dämmung gelegt werden.
#Mit aufgeblasener Zellulose- oder Holzfaser gedämmt (nicht begehbar)
Eine bauphysikalisch optimale Art der Deckendämmung besteht darin, auf der Massivdecke Holz- oder Zellulosefasern lose aufzublasen. Diese Art der Dämmung ist nicht geeignet, um sie selbst zu machen.

- Die Flocken oder Fasern verfilzen beim Aufblasvorgang und bilden eine lückenlose Dämmschicht.
- Einbauten bzw. Durchdringungen können ohne Schwierigkeiten umblasen werden.
- Die wärmedämmenden Eigenschaften sind sehr gut und erreichen die Werte der Mineralwolle bzw. der Holzfaserdämmplatten (20 cm), wenn die aufgeblasene Schicht etwa 22 cm hoch ist.
- Das Preis-Leistungsverhältnis der Maßnahme ist recht gut, obwohl der Eigentümer selbst keine Hand anlegen kann. Ein m² einer 200 mm starken Zellulosedämmung kostet inkl. Aufblasen etwa 50 €.
- Die vergleichsweise hohe Dämmstoffmasse von Zellulose- bzw. Holzfasern wirkt sich im Sommer positiv auf die Behaglichkeit im darunter liegenden Geschoss aus, denn die Decke wird nur langsam warm.
- Eine Folie, gleich welcher Art, sollte bei einer Massivdecke mit geschlossener Beton- bzw. Estrichschicht unterhalb des Dämmstoffes nicht verlegt werden.
- Oberhalb der Dämmung sollte ebenfalls keine Folie aufgelegt werden. Die Oberfläche kann verfestigt werden durch das Aufsprühen eines Klebers oder von Zementschlämme.

Allerdings kann hier nur der Fachbetrieb tätig werden, da das Aufblasen spezielle Maschinen und Erfahrung benötigt. Das Aufblasen ist relativ rasch erledigt und preiswert. Durch die Lückenlosigkeit des Verfahrens entsteht kein Verschnitt. Das Verfahren ist anderen Arten der Dämmung meiner Meinung nach technologisch und bauphysikalisch überlegen und schafft sowohl im Sommer als auch im Winter optimale Behaglichkeitswerte. Die energetische Amortisation tritt bei derart gedämmten Decken bereits nach 1–2 Wintern ein.
Das Aufblasen von Zellulosedämmstoff (türkis dargestellt) eignet sich auch für