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Wärmegedämmte Geschossdecken

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Alles zu richtig wärmegedämmten Geschossdecken, zur fehlerfreien Ausführung auf der Baustelle und der Mängelvermeidung

Verschiedene Wärmeverluste von Geschossdecken, die beheizte Räume begrenzen
Verschiedene Wärmeverluste von Geschossdecken, die beheizte Räume begrenzen
  • Geschossdecken haben im Wohnungsbau sowohl eine trennende als auch eine stabilisierende Funktion.
  • Wärmetechnische, statische sowie die den Schallschutz und den Brandschutz beeinflussenden Eigenschaften spielen bei Geschossdecken eine wichtige Rolle.
  • Die Wärmedämmung der obersten und der untersten Geschossdecke hat erheblichen Einfluss auf die empfundene Behaglichkeit und den Heizwärmeverbrauch.

Die oberste (Dachboden) und die unterste Geschossdecke (Kellerdecke) bilden in der Regel die Grenze zwischen beheizten und unbeheizten Bereichen eines Hauses. Das stellt hohe Anforderungen an

  • die Qualität der Wärmedämmung der Decken,
  • ihren wärmebrückenarmen Einbau und an
  • die Luftdichtheit (insbesondere bei Holzbalkendecken).

Oberste und unterste Geschossdecken dürfen bei Errichtung und Modernisierung einen U-Wert von 0,24 W/(m²K) (oberste) bzw. 0,30 W/(m²K) (unterste) nicht überschreiten (Gebäudeenergiegesetz). Der geforderte Wert ist mit einer Dämmung mittels Mineralwolle oder Schaumpolystyrol von etwa 14 cm Stärke erreichbar. Die Dämmung ist möglichst lückenlos und luftdicht einzubauen. Decken zwischen beheizten Geschossen müssen zwar hohen Anforderungen an den Schallschutz und den Brandschutz genügen, haben aber keine wärmetechnischen Parameter in der Fläche zu erfüllen. Bei Zwischendecken aus Beton ist jedoch die Wirkung der im Auflagerbereich der Wand unvermeidlichen Wärmebrücken durch geeignete Maßnahmen zu verringern.

Die Decke zwischen dem Erdgeschoss und dem Dachausbau verliert Wärme
Die Decke zwischen dem Erdgeschoss und dem Dachausbau verliert Wärme

Betrachten wir die wärmedämmenden Anforderungen der jeweils letzten Geschossdecke über bzw. unter einem beheizten Wohnbereich zunächst historisch. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder neue Deckenkonstruktionen, die unterschiedliche wärmetechnische Eigenschaften, aber auch andere Besonderheiten aufwiesen. Die klassische Holzbalkendecke hat dabei im Verhältnis zu einer Stahlbetondecke ohne Dämmung gar nicht so schlecht ausgesehen. Aber es geht heute natürlich noch besser. Eine moderne Decke über dem Keller aus Stahlbeton mit einer unterseitigen Dämmung, z. B. aus 20 cm Holzfaserdämmplatten, erreicht einen U-Wert von 0,2 W/(m²K).

Typische Deckenkonstruktionen der letzten 100 Jahre Baujahr U-Wert in W/m²K
Holzbalkendecke mit Strohlehmwickel, oberseitig Dielung (Eiche oder Fichte), unterseitig verputzt vor 1918 1,2
Holzbalkendecke mit Strohlehmwickel, oberseitig Dielung (Eiche oder Fichte), unterseitig Putz auf Spalierlatten vor 1948 1,0
Holzbalkendecke mit Blindboden und Lehmschlag, 2-3 cm Schlackenschüttung, oberseitig Dielung, unterseitig Putz auf Spalierlatten 1919-1957 0,8
Stahlbetondecke ohne Dämmung 1958 - 1968 2,3
Holzbalkendecke mit Blindboden und ca. 5 cm Dämmung, oberseitig Dielung, unterseitig verkleidet oder verputzt 1969 -1978 0,5
Holzbalkendecke mit Blindboden und ca. 10 cm Dämmung, oberseitig Dielung, unterseitig verkleidet oder verputzt 1969 -1978 0,3
Stahlbetondecke, oberseitig ca. 8 cm Dämmung unter dem Estrich 1979 -1983 0,4
Stahlbetondecke mit ca. 12 cm Dämmung oberseits 1984 - 1994 0,3
Stahlbetondecke bzw. Holzbalkendecke mit 20 cm Dämmung heute 0,2

Geschossdecken haben in der Regel nur einen geringen quantitativen Einfluss auf die Gesamt-Energiebilanz des Hauses, wenn sie zwei etwa gleich beheizte Geschosse trennen. Ist hier z. B. auf Wärmebildern von außen ein Wärmeverlust erkennbar, entsteht er im Auflagerbereich der Decke. Hier wird auf dem Wärmebild eine schwache oder fehlerhafte Dämmung der Stirnseite der Decke sichtbar. In diesem Falle kann sich der Baumangel auf die Behaglichkeit auswirken oder Bauschäden verursachen.

So kann es zu Schimmelstreifen im Fußleistenbereich oberhalb einer massiven Geschossdecke kommen, und zwar auch dann, wenn die Decke von unten gut gedämmt ist. Zu oberflächlichen Durchfeuchtungen am Innenputz unterhalb einer massiven Geschossdecke kann es kommen, auch wenn die Decke von oben gut gedämmt ist. Die Schadensursache ist immer eine zu niedrige Oberflächentemperatur an den betreffenden Stellen auf der Innenseite der Außenwand. Sie wird durch fehlende oder falsch ausgeführte Randdämmung der Decke hervorgerufen. Das zeigen Wärmebilder von Gebäuden mit Massivdecken immer wieder in eindrucksvoller Weise.

Mit dieser Frage beschäftige ich mich im Thema: Randausbildung von massiven Geschossdecken.

Schwach wärmegedämmter Randbereich einer Geschossdecke

Wird der quantitative Wärmeverlust untersucht, den eine Geschossdecke in Richtung eines unbeheizten Raumes, z. B. den Keller oder den Dachraum, verursacht, können die Verluste dagegen erheblich sein. Auf die konkrete Ausführung der Wärmedämmung von Geschossdecken im Neubau bzw. auf Verbesserungsmöglichkeiten im Altbau gehe ich genauer ein in den Abschnitten

Autor: now