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Bauschäden, gesundheitliche Gefahren

Hinweise auf Bauschäden und ihre Ursachen, Hintergründe gesundheitlicher Gefahren, Voraussetzungen für Schimmelbildung

#Entstehen durch die Innendämmung Bauschäden?

Mit der Dämmung von innen wird von vielen Menschen, auch von Baufachleuten, ein Bauschadensrisiko in Verbindung gebracht. Tatsache ist aber, dass sich die Zahl der bekannt gewordenen, eindeutig durch Innendämmungen hervorgerufenen Bauschäden, in Grenzen hält. Und bei genauerem Hinsehen erweist sich, dass die Schäden auf Planungs- und Ausführungsmängel zurückzuführen sind.

Häufiger Fehler: Durch Luftdurchlässigkeiten strömt warme Raumluft an die kalte Wand

Luftundichtheiten bei einer Innendämmung können Bauschäden zur Folge haben

Die Wand bleibt dann trocken, wenn:

  • nicht zu viele Wasserdampfmoleküle in den Wärmedämmstoff eindringen können (Stichwort Dampfbremse mit feuchtevariablen Eigenschaften);
  • eine bereits vom Dämmstoff ausgehende dampfbremsende Wirkung nicht zu klein, aber auch nicht zu groß ist;
  • wenn warme und meist feuchte Raumluft nicht auf die im Winter kühlere Wand treffen kann (z.B. durch Leckagen, Spannungsrisse, Steckdosen oder Belüftungsöffnungen);
  • wenn bei kalter Außenluft die Luftfeuchtigkeit im beheizten Raum nicht längere Zeit (3 Tage) über 60% ansteigt.

Um eine maximale Luftfeuchtigkeit im Winterhalbjahr möglichst immer unter etwa 55 % zu halten, ist die Anschaffung eines Hygrometers, am besten mit Alarmfunktion hilfreich. Mit einer 3 bis 5 Minutenlüftung mit weit geöffneten Fenstern ist die Luft bereits wieder ausreichend trocken.

#Gehen von der Innendämmung gesundheitliche Gefahren aus?

Der Einsatz von Wärmedämmstoffen für die Dämmung von innen, vor allem von Polystyrolschaum, Polyurethanschaum oder Mineralwolle, wirft Fragen auf bezüglich möglicher gesundheitlicher Gefahren. Die Bedenken nehme ich ernst, halte sie aber für weitgehend unbegründet, wenn einige Hinweise zu den verwendeten Dämmstoffen beachtet werden:

  1. Dämmstoffe für die Innendämmung sind von der Raumluft - wenn es richtig gemacht wurde – durch einem raumseitigen Abschluss (Platte, Putz) getrennt. Dazwischen befindet sich – je nach System und Dämmstoff – auch noch eine Luftdichtheitsebene bzw. Dampfbremse.
  2. Untersuchungen des Hygieneinstitutes der Universität Heidelberg (Prof. Dr. med. Sonntag, 1984) ergaben, dass der Einsatz von Schaumpolystyrol bei Beachtung einiger Randbedingungen nach heutigem Erkenntnisstand unbedenklich ist. Bei normalem hygienischen Luftwechsel ist die Freisetzung bzw. Konzentration von Monostyrol in der Raumluft sehr gering (0,09 % des MAK-Wertes). Es gehört zu den Verarbeitungsrichtlinien, dass Polystyrolplatten vor dem Einbau mindestens 3 Monate abgelagert sein müssen. Die Restbelastung geht durch vermehrtes Lüften in den ersten Monaten nach dem Einbau rasch zurück.
  3. Der Einbau von Mineralfasern führt nur während des Einbaus und bei mangelhafter Luftdichtheit zu einer Faserbelastung, die allerdings sehr hoch sein kann. Deshalb sind die Hinweise zum Umgang mit Mineralfaser-Dämmstoffen unbedingt zu beachten. Im eingebauten Zustand - mit einer luftdichtenden Dampfbremse versehen - sind die heute angebotenen Mineralfasern (KI 40) nach dem jetzigen Erkenntnisstand als unbedenklich einzustufen.
  4. Eine sehr gute Alternative stellen natürliche Dämmstoffe, wie Holzfaser-Dämmplatten dar. Sie sind jedoch nicht an sich gesund, wie andere Dämmstoffe nicht an sich ungesund sind. Viele alternative Dämmstoffe werden mit Brandschutzmitteln oder Mitteln gegen Insekten oder Pilzbefall versetzt, die nicht unbedenklich sind. Stäube verschiedener Naturstoffe stehen im Verdacht, Krankheiten zu begünstigen. Wer mehr Sicherheit haben will, greift auf volldeklarierte Dämmstoffe aus dem biologischen Baustoffhandel zurück. An den Grundaussagen zur Planung und Anbringung einer Innendämmung ändert sich dadurch nichts.
Innendämmung mit Holzfaserdämmplatte, mit Lehmmörtel geklebt und verdübelt.

Unabhängig vom verwendeten Dämmstoff ist bei systemgerechter Ausführung eine problematische Belastung der Raumluft durch Luftschadstoffe nicht zu erwarten. Dagegen sind kritische Konzentrationen von Emissionen in der Raumluft eher das Ergebnis von Ausgasungen (Lösungsmittel, Weichmacher) aus Mobiliar, Teppichen oder Tapeten, aus Reinigungs- und Duftstoffen, Lampenölen oder den Farbstoffen unserer Kleidung. Eine hohe Konzentration erreichen Luftschadstoffe auch bei Fahrten im Auto. Ganz ausschließen kann ich aber eine eventuelle Belastung der Raumluft durch die für die Innendämmung verwendeten Stoffe, z.B. aus Flammen- oder Insektenschutzmittel nicht.

Beachten Sie bei der Auswahl: Alle gehandelten Dämmstoffe haben eine positive Energiebilanz. D.h. sie sparen mehr Energie, als zu ihrer Herstellung erforderlich war. Durch die Energieeinsparung wird ein beträchtlicher Teil klimaschädlicher Gase und Umweltgifte, die auch durch die hauseigene Heizungsanlage entstehen, zurückgehalten.

#Begünstigt die Innendämmung Schimmelpilze?

Nicht wenige Kritiker der Innendämmung meinen, dass Dämmungen aller Art die Zunahme von Schimmelerscheinungen im Wohnraum begünstigen, ja verursachen. Dieser angebliche Zusammenhang ist aber weder durch wissenschaftliche Untersuchungen noch durch die bauphysikalische Theorie gestützt. Im Gegenteil: Die sorgfältig umgesetzte Innendämmung führt zu einem deutlich abgesenkten Risiko Wohnraumschimmel zu bekommen. Untersucht man Schäden genauer, stellt sich heraus, dass Grundregeln nicht beachtet wurden. Schimmelpilz ist daher niemals eine Folge richtig ausgeführter Innendämmung.

So ist z.B. häufig der Vorgang eines ungewollten oder ggf. sogar absichtlich herbeigeführten Lufttransportes („Das muss doch hinterlüftet werden!“) durch Ritzen und Löcher für verschimmelte Wandoberflächen hinter Verkleidungen verantwortlich. Hinter Gipskartonverblendungen oder Brettverschalungen kommt es an kalten Außenwänden zu einer verringerten Aufheizung der Wandoberfläche. Da z.B. Brettverschalungen nicht luftdicht sind, kann die abgekühlte Wand auf direktem Wege mit warmer Raumluft konfrontiert werden. Eine kohlenstoffhaltige Nahrungsquelle für das Schimmelwachstum ist immer gegeben und Licht brauchen Schimmelpilze zum Wachstum nicht. Häufig kommt es auch zur Schimmelbildung, wenn Außenwandabschnitte, aus welchen Gründen auch immer, von der Dämmung ausgeschlossen sind. Das trifft besonders auf Fensterlaibungen, Fensterbankbereiche und Raumecken mit einbindenden Wänden zu.

In diesem Zusammenhang spielt auch die Frage nach der Speicherfähigkeit von Wasserdampf in den Wänden eine Rolle. Kritiker behaupten, dass durch die Innendämmung diese Pufferkapazität zurückgeht. Tatsache ist, dass sich die wichtige, kurzzeitige Pufferung von Wasserdampfspitzen nur in den ersten Millimetern einer Bauteiloberfläche abspielt – und dies auch nur dann, wenn das Material es zulässt. Gute Innendämmsysteme besitzen raumseitig einen Abschluss aus Putz, Gipskartonplatte oder eine Holzverkleidung, die allesamt eine ausreichende Pufferkapazität für Wasserdampf aufweisen. Kurzzeitige Feuchtigkeitsspitzen werden aufgenommen und nach einer Belüftung des Raumes wieder an die Raumluft abgegeben.

Allerdings besteht heute leider – und dies gilt für Räume mit und ohne Dämmung - die Tendenz, diese Pufferkapazität durch andere Maßnahmen zu beschneiden. Dazu zählen raumhoch geflieste Bäder oder mit Kunststoffschäumen beflockte Tapeten. Das so genannte Barackenklima ist also kein Ergebnis einer Innendämmmaßnahme. Vielmehr ist es auf einen generell reduzierten Luftwechsel in Wohnräumen und den verstärkten Gebrauch von wenig Wasserdampf aufnehmenden Materialien zurückzuführen.

Beispiel: Eine Holzverkleidung (50 m² Fläche) eines Wohnraumes normaler Größe kann bis zu 30 Liter Wasser speichern und damit die relative Luftfeuchte im Raum regulieren. Wird die Dampfbremse wie empfohlen, zwischen Dämmstoff und Innenverkleidung angebracht, steht für die Feuchteregulation im gedämmten Raum nach wie vor die ausreichende Speichermasse der Wandinnenverkleidungen (auch der Innenwände) und der Möblierung zur Verfügung.

Dämmtapeten oder dünne 5mm starke, übertapezierbare Dämmplatten aus Kunststoff-Schäumen sind daher keine auf längere Sicht geeignete Dämmmaßnahme. Diesen „Kaschierungen“ fehlt sowohl die Pufferkapapazität als auch ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis.

Autor: now