Wärmegedämmte unterste Geschossdecke
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Eine gute Dämmung der untersten Geschossdecke (Kellerdecke) ist von großer Bedeutung für die Behaglichkeit der Bewohner im Erdgeschoss. Das gilt für den Neubau wie für die Sanierung.
#Übersicht

- Bei der Wärmedämmung der untersten Geschossdecke geht es darum, den Wärmestrom von darüberliegenden, beheizten Räumen in unbeheizte Räume (Keller) nach unten zu unterbinden.
- Eine zusätzliche Dämmung der untersten Geschossdecke sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Wohnung im Verhältnis zu vergleichbaren anderen Wohnungen erhöhte Heizkosten aufweist, wenn es fußkalt ist und/oder das Gebäude vor 1995 nach den damals geltenden Wärmeschutzverordnungen errichtet wurde.
- Der Gesetzgeber verlangt in Anlage 7 zu § 48 des GEG bei einer Änderung von bestehenden Bauteilen, wie unteren Geschossdecken, einen einzuhaltenden U-Wert von 0,30 W/m²K. Dieser Wert wird mit einer Dämmschicht von etwa 12 cm erzielt. Damit lässt sich die Oberflächentemperatur der Decke ohne aktive Wärmezufuhr soweit erhöhen, dass mit guten Behaglichkeitswerten gerechnet werden kann.
- Die zusätzliche Wärmedämmung der untersten Geschossdecke kann von oben (Raumseite, Neubau) oder von der Unterseite (Kellerseite, Modernisierung) vorgenommen werden.
#Ziel: Gute Behaglichkeitswerte bei hohen Oberflächentemperaturen

Eine ausreichende Wärmedämmung der unteren Geschossdecke dient der Einsparung von Heizenergie (ca. 5 bis 10 %), aber vor allem einer optimalen thermischen Behaglichkeit. Unter der Voraussetzung, dass die Oberflächentemperaturen von Fenstern und Außenwänden nahe der Raumlufttemperatur liegen, bildet sich auf der gut gedämmten Geschossdecke keine kalte Luftschicht (ein "Kaltluftsee" sorgt für kalte Füße).
Ausführlich in energytools.de: Gestörte Behaglichkeit.
Im Neubau wird diese positive Wahrnehmung durch eine geeignete wärmegedämmte Konstruktion des Fußbodenaufbaus, durch qualitativ hochwertige Ausführung und einen geeigneten Fußbodenbelag erreicht, sofern auch die Außenwände und Fenster eine entsprechend hochwertige Dämmleistung aufweisen.

Im Falle der Sanierung müssen allerdings Kompromisse eingegangen werden, da nicht alle Flächen einer untersten Geschossdecke in die Wärmedämmmaßnahme einbezogen werden können. So reicht die nachträgliche Dämmung weder bis an die äußeren Geschossdeckenauflager auf den Außenwänden heran, noch gelingt es, Wärmebrücken zu kompensieren, die infolge Durchdringungen (Schornsteine) und Kellerinnenwände gebildet werden. Eine zusätzliche Dämmung kommt hier grundsätzlich nur in Frage, wenn die Geschossdecke selbst und alle Auflagerbereiche der Decke trocken sind.
#U-Werte unterer Geschossdecken (Kellerdecke) nach Baujahr
Welche Bedeutung eine wärmegedämmte unterste Geschossdecke für die Energiebilanz hat, kann anhand der U-Werte aus der Tabelle typischer Kellerdecken ermittelt werden. Es zeigt sich, dass Decken der Jahre bis 1980 nur U-Werte um 1 W/m²K aufweisen. Gegenüber einer heute üblichen Konstruktion mit einem U-Wert um 0,25 W/m²K resultiert daraus ein vierfach höherer Wärmestrom, der mit entsprechend niedrigen, unbehaglichen Oberflächentemperaturen („kalte Füße") verbunden ist.
| Typische Kellerdecken | Baujahr | U-Wert in W/(m²K) ca. |
|---|---|---|
| Holzbalkendecke mit Sand | vor 1948 | 1,1 |
| Holzbalkendecke mit Schlackeschüttung | vor 1948 | 0,9 |
| Gemauerte Kappendecke oder Betonkappendecke mit Sandschüttung | 1850 bis 1960 | 1,0 bis 1,4 |
| Gewölbedecke mit Sand- oder Schlackeschüttung, Dielung | 1850 bis 1945 | 1,0 |
| Hohlsteindecken (Stahlsteindecke, Bimshohlkörperdecken) mit Sand- oder Schlackeschüttung, Dielung | 1949 bis 1978 | 0,8 bis 1,4 |
| Stahlbetondecke mit 5 cm Sand- oder Schlackeschüttung, Dielung | 1870 bis 1950 | 1,2 |
| Stahlbetondecke mit Trittschalldämmung, 1 cm Mineralwolle, Estrich | 1949 bis 1960 | 1,5 |
| Stahlbetondecke mit Trittschalldämmung, 2,5 cm Polystyrol, Estrich | 1960 bis 1980 | 1 |
| Ur-Zustand plus 12 bis 14 cm Zusatzdämmung unter der Decke | heute | kleiner 0,25 |
#Dämmung der untersten Geschossdecke beim Neubau
Die unterste Geschossdecke kann entweder als Kellerdecke oder als Bodenplatte ausgeführt werden. Bei der Bodenplatte unterscheiden wir die von unten gedämmten Bodenplatte (Thermobodenplatte) und die von oben, also die von der Raumseite aus gedämmte Bodenplatte. Im Neubau mit von unten ungedämmter Bodenplatte wird die Dämmschicht auf der horizontalen Sperrschicht verlegt. Im folgenden Bild liegt die horizontale Sperrschicht jedoch unter der Bodenplatte (Thermobodenplatte), daher kann die Dämmschicht auf dem Rohfußboden verlegt werden.

Nachdem die Wärmedämmung (hier Schaumpolystyrol) in zwei Lagen à 50 mm verlegt wurde, kommt die Verlegematte für die Montage der Fußbodenheizung auf die Dämmschicht (plus 30 mm). Da das Gebäude mit einer 20 cm starken Dämmschicht auf den Außenwänden (WDVS) bis ins Erdreich ausgerüstet wurde, reicht ein Randdämmstreifen (hier PE-Schaum) mit einer Dicke von einem cm.



Im Randbereich ist auf die präzise Ausführung eines ausreichend bemessenen Randdämmstreifens zu achten. Dieser Dämmstreifen (überwiegend wird blauer PE-Schaum angewendet) soll einerseits die Schallübertragung vom Estrich in die Wand verhindern (Trittschalldämmung), andererseits muss die Wärmeableitung aus dem aufgeheizten Estrich (bei einer Fußbodenheizung) in die umgebenden Wände unterbunden werden. Randdämmstreifen werden heute überwiegend mit einer Stärke von 8 bis 10 mm eingesetzt. Das ist sehr wenig und kann zu Wärmeverlusten über die untere Geschossdecke bzw. die Bodenplatte führen.
- Bei monolithischer Bauweise ohne Wärmedämmverbundsystem, aber mit Fußbodenheizung sind die flachen Randdämmstreifen mit 1 cm Dicke für die Unterbrechung der Wärmebrücke zu schwach, wie aus Wärmebildern geschlussfolgert werden kann. Hier empfehle ich eine Randdämmung von 20 bis 30 mm aus einem elastifizierten (weichen) Dämmstoff.
- Bei einem Wandaufbau mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS), das mit richtig ausgebildeter Frostschürze bis unter die Bodenplatte reicht, sind 10 mm jedoch ausreichend.

Bei der Erneuerung sind Bauten mit Keller und die Bauweise mit Bodenplatte zu unterscheiden. Ist ein Keller vorhanden, kann die massive Geschossdecke in der Regel von unten gedämmt werden, was bauphysikalisch etwa einer Außendämmung entspricht. Eine Dämmung von oben, also von der Raumseite aus, ist im Sanierungsfall aufwändiger, da sich die Höhen im Raum ändern und/oder eine neue Nutzschicht aufgebaut werden muss. Bei Bauten ohne Keller kommt man aber nicht an diesen Arbeiten vorbei.
#Dämmung der untersten Geschossdecke im Bestand

Die überwiegend angewandte Methode der nachträglichen Geschossdeckendämmung einer massiven untersten Decke, ist die Wärmedämmung von unten. Dabei wird ein Wärmedämmstoff von unten möglichst ganzflächig durch Klebung und ggf. mit Dübeln an der Decke angebracht. Als geeignete Dämmstoffe mit etwa der gleichen wärmedämmenden Wirkung kommen in Frage:
- biegesteife Dämmstoffe, wie Platten aus Schaumpolystyrol oder Polyurethanschaum bei glatten Decken;
- vlieskaschierte Mineralwolleplatten bei glatten und raueren Decken sowie bei erhöhten Anforderungen an den Brandschutz, z. B. in Garagen;
- Holzfaserdämmplatten bei glatten bzw. raueren Decken;
- Holzweichfaserplatten bei rauen bzw. unebenen Decken;
- einblasfähige Dämmstoffe, wie Zellulose, bei Vorhandensein einer geeigneten, verlorenen Schalung für zerklüftete Decken mit Rohren, Kabelkanälen usw.


Achtung: Es existieren scheinbar massive Decken, die nicht vollständig massiv aufgebaut sind. So haben z.B. sogenannte Stahlsteindecken hohle Füllkörper, durch die sich Luft bewegen kann. Wäre eine solche Luftbewegung (Außenluft) möglich, z.B. durch nicht luftdicht verschlossene Auflagerbereiche, ist eine Dämmung von unten sinnlos.


Bitte beachten Sie, dass Armaturen, Pumpen, Absperrhähne, Abzweigdosen sich nicht für eine vollständige Einhausung durch den Deckendämmstoff eignen. Auch Kaltwasserleitungen bleiben wegen der möglichen Kondensatbildung besser außerhalb der Dämmschicht.
Achtung: Es entsteht Frostgefahr, wenn die unterste Geschossdecke gut gedämmt wird, weil dadurch die Raumtemperatur im Keller absinkt.
Dagegen können Heizungsrohre und Warmwasserleitungen sehr effektiv in die Deckendämmung einbezogen werden, sofern keine Armaturen enthalten sind. Eine zusätzliche Rohrwärmedämmung brauchen warmwasserführende Rohrleitungen dann nicht mehr.
Wie bei allen anderen Dämmungen von Flächen auch, muss der Dämmstoff an der Decke dicht angebracht und lückenlos verlegt werden, damit eine Unter- bzw. Durchströmung des Dämmstoffes mit Kellerluft unterbleibt. Das gilt auch für die mit dem Dämmstoff eingehausten Wasserrohre, Abwasserleitungen und elektrischen Kabelkanäle. Folien, gleich welcher Art, gehören nicht in, auf oder unter die wärmegedämmte unterste Geschossdecke. Ausnahme: Feuchtevariable Dampfbremsen zur Herstellung der Luftdichtheit kommen eventuell auf die warme Seite der Decke zum Einsatz, also oben auf.
#Dämmung einer Holzbalkendecke

Holzbalkendecken als unterste Geschossdecke verhalten sich bei ansonsten gleicher Bauweise etwas anders als Holzbalkendecken, die als oberste Geschossdecke eingebaut sind. Oberste Holzbalkendecken sind in horizontaler Richtung durchströmbar, meist vom Dachkasten der windangeströmten Seite zum Dachkasten der anderen Seite.
Holzbalkendecken als unterste Geschossdecken über dem Keller sind in horizontaler Richtung nicht durchströmbar. In vertikaler Richtung ist eine Luftströmung jedoch möglich. Bei mangelhafter Luftdichtheit der zu dämmenden Holzbalkendecke gehört eine luftdichtende Ebene daher auf die warme Seite der Konstruktion, also auf den Fußboden des Raumes über der Geschossdecke.
Ausführlich in energytools.de: Besonderheiten bei Holzbalkendecken
Bei Holzbalkendecken ergeben sich konstruktionsbedingt verschiedene Varianten der Geschossdeckendämmung.
#Dämmung der Holzbalkendecke von oben
Eine Holzbalkendecke kann von oben gedämmt werden. Sofern die Raum- und Brüstungshöhen sowie die unveränderlichen Einbauten wie Türen nicht dagegen sprechen, ist die Dämmung von oben eine gute Lösung.
- Ist genügend Platz vorhanden, kann der vorhandene Fußboden (z. B. Dielung) verbleiben. Eine einfache und effiziente Lösung besteht darin, auf dem Fußboden druckbelastbare Holzfaserdämmplatten zu verlegen, die anschließend einen schwimmenden Estrich aus OSB-Platten und eine diffusionsoffene Nutzschicht erhalten.
- Ist kein Platz vorhanden, wird man den Fußboden aufnehmen müssen, um an den Raum zwischen den Holzbalken zu gelangen. Die bisherige Nutzschicht der Konstruktion (meist Dielung) wird geöffnet, um die Füllmassen über dem Einschub durch Wärmedämmstoffe zu ersetzen. Da es sich bei den Füllmassen meist um sehr trockene schwere Sande, Lehm, Schlacken, Spelzen oder Bauschutt handelt, wird das Herausheben zu einer staubigen Angelegenheit. Der Schallschutz der Decke wird sich durch den Austausch des schweren gegen leichteres Material (Dämmstoff) verschlechtern. Dies ist im eigenen Wohnhaus aber meist kein Problem. Als Dämmstoffe kommen schütt- und einblasfähige Dämmstoffe genauso in Frage wie mattenartige Dämmstoffe, wie Mineralwolle- oder Holzweichfasermatten.
Die Luftdichtheit von oberhalb der Decke nach unterhalb der Decke muss gewährleistet sein. Zu diesem Zweck müssen die OSB-Platten verklebt werden. Zum Rand hin ist eine Verklebung mit speziellen Eck-Klebebändern vorzunehmen, damit kein Luftaustausch stattfinden kann. Die Konstruktion ist aber diffusionsoffen und sollte auch nach dem Belag mit einer neuen Nutzschicht diffusionsoffen bleiben.

#Dämmung einer Holzbalkendecke von unten (teilweise oben)

- Eine Dämmung von unten ist ebenfalls möglich. Ist die Holzbalkendecke unten offen (man sieht die Einschubbretter), kann z. B. mit Hilfe von links und rechts aufgenagelten Dachlatten eine Möglichkeit geschaffen werden, um Dämmmatten, z. B. aus Mineralwolle, einzuklemmen. Ist alles verlegt, wird die Unterseite mit Brettern oder Holzwerkstoffplatten versehen, um so ein Herausfallen von Dämmstoffen zu vermeiden. Auf der Oberseite (Raumseite) müssen luftdichte Holzwerkstoffplatten, z. B. OSB-Platten, montiert werden. Bei der Gelegenheit kann auch noch zusätzlich von der Oberseite gedämmt werden, wenn der Einschub drinbleibt. Die Ränder zu den Wänden müssen luftdicht mit Eckklebebändern abgeklebt werden.
- Auf ähnliche Art und Weise lässt sich eine verlorene Schalung montieren. Der entstehende Hohlraum kann mit Einblasdämmstoffen, wie Zellulose oder Holzfasern verfüllt werden. Die Einblasdämmstoffe können von unten (Bild) oder von oben in den Hohlraum geblasen werden. Kann eingeblasen werden, hat diese Dämmung viele gute Eigenschaften. Wenn die "Einblaser" ihr Geschäft verstehen, wird die Dämmung lückenlos. Sie verbessert die Luftdichtheit und den Schallschutz. Erreicht die einblasfähige Höhe des Hohlraumes nicht die geforderten Werte ist dies unschädlich, weil die machbare Höhe so vom Gesetzgeber akzeptiert wird. Wenn mögliche Eigenleistungen durchgeführt werden (Herausnahme des Einschubmaterials, Verlegen der OSB-Platten, abkleben u.a.m.) ist mit Kosten von etwa 40 € pro m² zu rechnen.

#Dämmung von Gewölbedecken


Bei Gewölbedecken ist der handwerkliche Aufwand zur Wärmedämmung von unten deutlich erhöht. Es ist darauf zu achten, dass die Stahlträger der Gewölbedecke in die Dämmmaßnahme in ausreichender Stärke (>10 cm) einbezogen werden.
Eine weitere Möglichkeit zur Dämmung von Gewölbedecken bei gleichzeitiger Nivellierung der Gewölbeform besteht darin, eine vorher angebrachte Unterkonstruktion mit Zelluloseflocken auszublasen.
#Mein Fazit
- Die richtige Dämmung im Neubau als auch die nachträgliche Dämmung im Altbau sind wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Behaglichkeit und zur Heizenergieeinsparung. Die Ausführung wird im massiven Neubau überwiegend von oben auf der Rohdecke erfolgen.
- Bei der nachträglichen Wärmedämmung im Altbau wird vorwiegend von unten gedämmt.
- Bei Holzbalkendecken kann die Dämmung von oben oder von unten vorgenommen werden. Wichtig ist dabei die Herstellung einer luftdichten Konstruktion, sodass keine Raumluft in die Konstruktion eindringen kann.