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Luftdichte und wärmegedämmte Bodentreppe

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Hinweise zur Auswahl und zum luftdichten Einbau einer wärmegedämmten, luftdichten Bodentreppe in die oberste Geschossdecke

Bodeneinstieg mit gravierenden Mängeln bei der Herstellung der Luft-Dichtheit
Bodeneinstieg mit gravierenden Mängeln bei der Herstellung der Luft-Dichtheit

Ein problematisches Bauelement stellt die Bodeneinstiegsluke dar. Sie ist in älteren Häusern rundherum meist undicht und in der Fläche kaum gedämmt.

Die Bodenluke mit der meist integrierten klappbaren Bodentreppe stellt eine Verbindung vom beheizten Wohnbereich zum unbeheizten Dachraum bzw. Speicher her. Die hier im Winter und auch im Sommer herrschenden Temperaturunterschiede stellen eine große Herausforderung an die qualitativen Eigenschaften einer Bodentreppe dar.

#Wärmedämmung der zu öffnenden Klappe

Thermogramm einer mangelhaften Bodenluke, Abb.: Impulsprogramm Hessen

Die oberste Geschossdecke besitzt meist eine Bodenklappe zum Einstieg in den unbeheizten Dachraum. Diese besteht aus einem klappbaren Element, das eine Wärmedämmung mindestens wie die übrige Decke besitzen sollte. Häufig ist das nicht der Fall, dann ist die Dämmwirkung wesentlich schwächer als die der obersten Geschossdecke. Infolge geringerer Dämmwirkung ist die Fläche der Klappe niedriger temperiert. Aber auch im Randbereich der Öffnung ist die Oberflächentemperatur oftmals niedriger, weil hier wegen der notwendigen Holzkonstruktion weniger Dämmstoffe Platz haben. Niedrige Oberflächentemperaturen können zu einer kritischen Luftfeuchte von 80 % unmittelbar auf der Klappenoberfläche führen, sodass Schimmelwachstum möglich ist. Ziel muss es sein, dass die Klappe einschließlich der Randzonen eine hochwertige Wärmedämmung mit einem U-Wert von unter 0,6 W/m²K besitzt.

#Luftdurchlässigkeit der Dichtungen

Der Luftdichtheit der Bodenluke wurde auch vom Hersteller wenig Aufmerksamkeit geschenkt
Der Luftdichtheit der Bodenluke wurde auch vom Hersteller wenig Aufmerksamkeit geschenkt

Neben der schwachen Wärmedämmung machen umlaufende Luftundichtheiten an der Klappe und am Übergang des Futters zur Geschossdecke Ärger. Undichtheiten führen zu einem anhaltenden Wärmeverlust infolge abströmender Raumluft. Der Vorgang entsteht wegen der sich ausbildenden Thermik.

  1. Die Dichtungen der beweglichen Klappe gegenüber dem feststehenden Rand am Futter haben oftmals eine schlechte Dichtungsqualität. Die an der Bodenklappe vorbeiströmende Raumluft kühlt sich im Winter rasch ab, sodass Kondensat ausfallen kann. Bei billigen Bodenklappen führt dies rasch zum Aufquellen der verbauten Hölzer (meist Spanplatten) im Dichtungsbereich. Ich habe nicht selten längs der Fugen Wohnraumschimmel gefunden und wenn dies der Fall war, auch immer aufgequollene, zerstörte Holzteile.
  2. Das Futter ist gegenüber der anschließenden Deckenkonstruktion oftmals nicht optimal abgedichtet. Die Dampfbremse ist luftdicht an das Futter anzuschließen. Das geschieht am besten durch eine Verklebung.
Auch bei gut verarbeiteten Produkten ist die Luftdichtheit nicht immer gegeben: Um die Ecke gelegtes Dichtband
Luftundichtheiten am Übergang Rahmen zur Decke
Luftundichtheiten am Übergang Rahmen zur Decke

#Anforderungen an die Qualität einer Bodenklappe

  • Die umlaufende Dichtung muss die Klappe dauerhaft und rundherum mit gleichem Anpressdruck luftdicht abschließen. Die Dichtungsstreifen sollten einen großen Hub besitzen, was am besten mit Hohlprofilen erreicht wird.
  • Die Luftdurchlässigkeit sollte Klasse 4 erreichen.
  • Das Wärmedämmvermögen der Klappe über die Fläche gesehen sollte den gesetzlichen Anforderungen an den U-Wert einer wärmegedämmten obersten Geschossdecke von 0,24 W/m²K nahekommen. Die Bestwerte des U-Wertes für industriell hergestellte Bodenklappen liegen um 0,5 W/m²K.
  • Der Einbau des Rahmens muss luftdicht gegenüber der Geschossdecke erfolgen. Dabei muss eine ggf. vorhandene Luftdichtheitsbahn bzw. Dampfbremse an den Rahmen umlaufend luftdicht angeschlossen werden.
  • Der Verschluss sollte an mehreren Punkten verriegeln (ROTO-Bodentreppe 6-fach-Verriegelung).
  • Die Dichtungsebene (Klappe) darf sich nicht verwinden.
  • Die Dichtungselemente müssen auch nach Jahren noch elastisch sein.
  • Eine Dreifachdichtung zwischen Deckel und Kasten beugt der Bildung von Kondenswasser und Schimmel vor.
  • Umlaufende Dichtungen sollten geschlossene Ecken besitzen. D. h. die Dichtung darf nicht um die Ecken herum gelegt werden.
  • Bestehen Anforderungen an die Decke bezüglich des Brandschutzes, muss die Bodentreppe diese ebenfalls erfüllen.
  • Empfohlen wird die Auswahl einer Bodentreppe mit einem geprüften und zertifizierten Deckenanschlusssystem (passivhaustaugliche Komponente).
  • Hersteller, die in Frage kommen: Wellhöfer, Fakro, ROTO

Autor: now